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20.12.2017 - Der Stand der Entwicklung beim Verkleben, Vergießen und Verbinden zu Hochleistungswerkstoffen stand im Fokus des 23. Internationalen Holzbau-Forums (IHF) in Garmisch-Partenkirchen.

„La Seine Musical“, ein schiffsähnlicher Gebäudekomplex, entworfen vom japanischen Architekten Shigeru Ban und von Jean de Gastines ist ein neues Leuchtturmprojekt des Ingenieurholzbaues. Die Holzkonstruktion für das Auditorium stammt von Hess Timber, Teil der Hasslacher Norica Timber-Unternehmensgruppe.(Bild: Didier Boy de la Tour)

Ein- und Zweifamilienhäuser und das Nachverdichten im urbanen Bereich sind für das Bauen mit Holz die wichtigsten Standbeine. Stürmisch entwickelt sich aber der mehrgeschoßige Holzbau. Das erfordert innovative Hochleistungswerkstoffe und Holzverbindungen. Aufgrund der leistungsstarken mechanischen Eigenschaften haben die Holzarten Buche oder Esche das Potenzial, in hochbeanspruchten Tragwerken als Brettschichtholz eingesetzt zu werden. „Die Längsverbindung der Lamellen und deren Flächenverklebung sind technisch möglich. Deutlich schwieriger ist allerdings die Sortierung von Laubholz gegenüber Nadelholz und die Faserneigung ist dabei der kritischste Parameter“, erläuterte Thomas Volkmer, Berner Fachhochschule, beim IHF in Garmisch-Partenkirchen. Einen anderen Ansatz verfolgt man an der MPA Universität Stuttgart. Hier stehen Verbundträger mit Furnierschichtholzlamellen aus Laubholz im Fokus. Derzeit kann das Festigkeitspotenzial bei keilgezinkten Lamellen derzeit nur mit einigen Klebstoffen voll ausgeschöpft werden. Erhebliche Verbesserungen sind aber noch zu erwarten. „Wir haben auch ein neues Verfahren zur Klebfugenbeurteilung entwickelt, weil übliche Methoden zur Qualitätssicherung aus dem Brettschichtholzbereich zu keinen validen Ergebnissen führten“, verwies Gerhard Dill-Langer in Garmisch.

Neben den technischen Anforderungen beeinflussen effiziente, weit spannende Deckensystem die Baukosten wesentlich und sind oft entscheidend für deren Umsetzung. Ein neues, standardisiertes Kastenträgersystem aus Brettsperrholz und einer Betonrippenplatte, entwickelt von der Hasslacher Norica Timber-Gruppe in Zusammenarbeit mit der holz.bau forschungs GmbH an der TU Graz soll hier die Wettbewerbsfähigkeit steigern. Die Europäisch Technische Bewertung (ETA) wird dafür für das Frühjahr 2018 erwartet.

Seit 2009 arbeiten die Schweizer Ingenieurfirma Timbatec, die ETH Zürich, die BFH Biel, Purbond (Henkel-Gruppe) und Schilliger Holz an der stirnseitigen Verklebung von Holz zum Einsatz bei BSP mit größeren Stützenrastern und Nutzlasten. Mit den bisher erzielten Ergebnissen bei der neu entwickelten Klebetechnik hofft man, Stäbe mit nahezu beliebigen Längen oder Platten mit großen Freiheiten bei Form und Größe herstellen zu können. Bei der Weiterentwicklung des Systems mit Forschungsprojekten bis 2019 hilft auch der Prototyp – ein Mehrgeschoßer in Thun. „Diese Art der stirnseitigen Verklebung markiert den Einstieg in eine völlig neue Denkweise und Gestaltung von Holzbauten“, versichert Stefan Zöllig, Timbatec Holzbauingenieure Schweiz AG.

Äußerst zufrieden zeigte sich das forum-holzbau Führungsduo Heinrich Köster und Uwe Germerott über die Entwicklung des IHF in Garmisch-Partenkirchen. Die Teilnehmerzahl wuchs auf über 1700 und erstmals musste Interessenten aus Platzmangel abgesagt werden. Mit über 120 Ausstellern war das Interesse der Firmen aus dem Holzbau-Bereich am IHF weiterhin hoch. Die Teilnehmer und Aussteller aus 32 Nationen sowie rund 90 Fachvorträge unterstrichen zudem den Anspruch des IHF als die bedeutendste internationale Veranstaltung der Branche. Für die Zukunft sind neue Veranstaltungsreihen auf regionaler Ebene in Deutschland sowie in Europa, Nordamerika und Südafrika geplant. Neu dabei in Österreich ist der Fachkongress „Holz/Bau/Wirtschaft“ (HBW) von 16.-17. Mai 2018, welcher künftig alle zwei Jahre stattfinden soll. In Garmisch-Partenkirchen präsentierte der Verein forum-holzbau (fhb) auch die neu gegründete gemeinnützige Stiftung Forum Holz.



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Das forum-holzbau Führungsduo Heinrich Köster und Uwe Germerott (hintere Reihe stehend) mit ihren Premium Partnern Gottfried Jäger, hsbcad, Carsten Ritterbach, Egger, Heinrich Rohlfs Fermacell und Udo Schramek, Steico (vordere Reihe v. li.) (Bild: Sprenger)

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