home technik Schimmel – trocken betrachtet
Technik
03.03.2017 - Die uns umgebende Raumluft enthält (natürliche) Schimmelsporen – die Sporen der Pilze kommen also nicht aus dem Holz sondern aus der Luft. Das ist für Bauholz prinzipiell kein Problem, solange es über einen längeren Zeitraum nicht zu feucht ist. Erst dann bildet es den perfekten Nährboden für den Pilzbefall und die Schimmelbildung. Von Wolfgang Zdimal

Feuchtes Holz ist der optimale Nährboden für Schimmelpilze. (Bildquelle: Pixabay)

Wir haben ein paar „trockene“ Fakten rund um das Thema „Schimmel“ zusammengetragen.
  • Es gibt heute für das Holz schlechtere Bedingungen am Neubau als es früher der Fall war. Denn es kann vorkommen, dass Holz während des Baus laufend mit Wasser in Berührung kommt, oder dass es einer starken Luftfeuchte ausgesetzt ist, zum Beispiel während der Estrich gegosssen wird.
  • Ein Pilzbefall durch Tauwasserbildung kommt äußerst selten vor, weil Holz sehr viel Feuchte aufnehmen kann ohne dabei Schaden zu erleiden: Holz „atmet“, bauphysikalisch gesprochen: Holz ist hygroskopisch.
  • Prinzipiell brauchen Pilze für ihr Wachstum sehr feuchten Untergrund. Dazu müsste Holz für längere Zeit einer Luftfeuchte von mindestens 80 % ausgesetzt sein. Oder es wurde nass eingebaut, was nicht den Regeln entspricht.
  • Eine Holzzerstörung durch Pilze ist erst ab 30 % Holfeuchte möglich. Aber: damit Holz 30 % Holzfeuchte erreicht müsste entweder die Luftfeuchte für längere Zeit über 90 % betragen, oder Holz müsste mit Wasser befeuchtet werden.
  • Damit die feuchteregulierende Wirkung von Holz aufrecht bleibt darf Holz entweder gar nicht behandelt werden oder nur mit diffusionsoffenen Anstrichmittel. Und weiters: Eine Dampfsperre darf bei Holz nicht verwendet werden, höchstens eine Dampfbremse.
  • Last but not least: Wenn das Holz nicht von Pilzen zerstört wurde, ist mechanisches Abtragen (Hobeln, Schleifen) des Pilzes ist in der Regel nicht erforderlich, es genügt den Pilzbefall mit geeigneten Flüssigkeiten zu entfernen.

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