home technik Knarrfrei: Holzbühnenboden in der Josefstadt
Technik
28.09.2017 - In der heurigen Sommerpause wurde im Theater in der Josefstadt schwer gearbeitet: Ein neuer, 170 m² großer Bühnenboden aus Schwarzkiefernholz wurde verlegt.

Der hohe Harzanteil des Schwarzkiefernholzes verhindert ein störendes Knarren der Holzdielen. Foto: © Kathrin Kemp

Das Holz für den neuen Bühnenboden stammt  aus dem Wienerwald. 20 Schwarzkiefern mit einer Höhe von bis zu 30 Metern und einem Durchmesser von mehr als 60 Zentimetern wurden dafür bereits im Winter geerntet. „Die Bäume waren regelrechte Giganten und einige Exemplare bis zu 130 Jahre alt“, sagt Rudolf Freidhager, Vorstand der Österreichischen Bundesforste, die das Holz für den neuen Bühnenboden in der Josefstadt zur Verfügung stellten.

Nach der Ernte wurde die gewaltigen Stämme in ein niederösterreichisches Sägewerk gebracht, wo sie eingeschnitten und zu Brettern verarbeitet wurden. Anschließend kamen die Bretter noch für drei Wochen in die Trockenkammer, bevor sie für den Bühnenboden weiterverarbeitet werden konnten.

Bei den 333 Vorstellungen der aktuellen Josefstadt-Saison ist der Bühnenboden starken Belastungen ausgesetzt: „Das Holz muss viel aushalten, aber dennoch elastisch genug sein für täglich neues Befestigen von Dekorationsteilen mittels Schrauben, Nägeln und sogenannten Bühnenbohrern“, erklärt Josefstadtdirektor Herbert Föttinger. Außerdem dürfe ein Bühnenboden weder glänzen noch spiegeln und müsse den täglichen Auf- und Abbau der Bühnenbild-Dekoration und den Transport schwerer Teile mit Dekorationswägen problemlos schaffen.

„Das Holz der Schwarzkiefer wird traditionell gerne für Theaterböden verwendet. Sein besonders hoher Harzanteil verhindert nämlich das unerwünschte Knarren der Holzdielen“, so Freidhager. Das stark harzhaltige Holz gilt zwar in der Verarbeitung als aufwändig, dennoch findet es vielseitige Verwendung: als Bühnen-, Bau- und Konstruktionsholz, Möbelholz sowie als Industrieholz etwa für Plattenwerkstoffe. Das Harz der Schwarzkiefer wird unter anderem für Naturkosmetik oder als Bogenharz für Streichinstrumente eingesetzt.

Webseite Theater in der Josefstadt

Österreichische Bundesforste

Kommentar schreiben

Zum Newsletter anmelden

Videotipp der Redaktion

Holz ist der Baustoff für die Generationen von heute und morgen. Und wann bauen Sie Ihr Holzhaus?
hm 0617 1eb_schriftzug
Die Themen im Heft 06-2017
  • Ein Gebäude, dass doppelt so groß wirkt, als es ist? Ja das gibt es wirklich.
  • Der Ahorn setzt sich durch sein buntes Blätterkleid im Herbst besonders in Szene.
  • Schneller, länger, leichter – die Akkus von mobilen Geräten müssen immer mehr leisten.
  • Holzfassaden sind beliebter denn je – der Wunsch nach Natürlichkeit steigt und Hersteller orientieren sich an Kundenwünschen.
star_banner