Bei dem im vergangenen Oktober eröffneten Metro-Nullenergie-Großmarkt Zero 1 in St. Pölten wurden 2.250 m³ Massivholz und 600 m³ Holzplattenmaterialien verbaut.
Bei Entwurf und Bau des Holzgebäudes Zero 1 wurde die BREEAM-Zertifizierung „Outstanding“ angepeilt. Foto: Poppe-Prehal Architekten / © Walter Ebenhofer
Das von Poppe-Prehal Architekten entworfene Gebäude setzt auf ein umfassendes Nachhaltigkeitskonzept, sämtliche Baumaterialien wurden nach höchsten ökologischen Standards ausgewählt und das Gebäude wurde in Holzbauweise errichtet. „Die Außenwand besteht aus 24 cm starken Holzständern, die mit OSB beplankt und ausgedämmt sind, einer Windsperre und außen einer Holzfassade bzw. in einigen Bereichen auch Steckmetall als Sichtfläche. Die Holzlattung ist thermobehandelt und mit einem Vorvergrauungsanstrich versehen, dessen Pigmente sich mit der Zeit wieder auswaschen“, berichtet das Fachmagazin „architektur“ online.

Der Markt selbst hat eine Verkaufsfläche von ingesamt 8.500 m², Lichtfarbe und Raumtemperatur unterscheiden sich je nach Sortiment. Gelüftet werde ganz ohne Lüftungsanlage, dank der sich automatisch öffnenden Fenster über eine nächtliche Querlüftung, die das Gebäude selbst in Tropennächten ausreichend abkühlt, schreibt „architektur“. Auf eine permanente Lüftung und die Kühlung ganzer Sortimentsbereiche konnte so verzichtet werden. Fleisch, Fisch & Co. müssen zusätzlich gekühlt werden, die Abwärme der Kältemaschinen werde jedoch für das perfekte Temperieren des Raumes genutzt. Eine Photovoltaikanlage am Dach erzeugt die restliche benötigte Energie - über das Jahr gerechnet mehr, als der Metro-Markt selbst braucht.

Die Fensterflächen, die rund um den gesamten Markt führen, sorgen für deutlich mehr Tageslicht und ermöglichen damit eine Reduktion der künstlichen Beleuchtung. Der hohe Holzanteil trage zusätzlich zum Wohlfühlfaktor bei und fungiere außerdem als Schallschlucker, heißt es weiter. „Die Deckenuntersichten des Marktes sind durch Brettschichtholzträger aus Fichte geprägt. Auch die Innenwände sind teilweise als Holzriegelkonstruktion ausgeführt. Die OSB-Platten im Wandbereich bestehen aus Kiefernholz.“ Außerdem wäre es möglich, das gesamte Gebäude wieder in seine Einzelteile zu zerlegen und diese neu zu verwenden oder getrennt zu entsorgen. Auch eine thermische Verwertung des unbehandelten Holzes sei unbedenklich.

Das Verkehrskonzept rund um den neuen Großmarkt steht ebenfalls unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit. So gibt es neben 300 Parkplätzen auch Abstellmöglichkeiten für Fahrräder sowie E-Tankstellen. Laut Metro bewegen sich die Baukosten bei rund 20 Millionen Euro.

Metro 

Poppe-Prehal Architekten 

Bericht „architektur“

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