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Architektur
Graz ist stolz auf seine Altstadt. Kein Wunder: Die verwinkelten Gässchen, die schmalen Innenhöfe und die Gebäude, die teils noch aus dem Mittelalter erhalten sind, gehören zum UNESCO Weltkulturerbe. Geradezu beschützerisch, kann man sagen. Umso schwerer ist es, eine Erlaubnis zu bekommen, etwas in dieser Innenstadt zu verändern.
Serie: Wilder Mann: ab nach oben
Ein altes Gebäude mit wechselhafter Geschichte in der Grazer Innenstadt wurde 2017 einer umfassenden Sanierung unterzogen. Das Fazit: Durch die Aufstockung mit einer Holzkonstruktion entstand ein Gebäude erster Klasse mit modernen Büro- und Wohnflächen im Stadtkern.

In der historisch geschützten Grazer Innenstadt sorgte eine Sanierung für Kopfzerbrechen bei den Architekten. Die Lösung: Ein Dachaufbau aus Holz mit ausreichend Platz für Büros und exklusive Wohnung. Foto: HBP Stmk/G.Ott

Mark Jenewein, Architekt bei LOVE in Graz, hat das am eigenen Leib erfahren, als die Pläne für das Projekt Wilder Mann im Büro der Altstadterhaltungs-Kommission eingegangen sind. Oft und lange stand er mit der Komission deshalb in Kontakt.
Der Wilde Mann steht in der Jakoministraße 3-5; im historischen und geschützten Zentrum der Stadt. Die größte Veränderung, die die Architekten an dem geschichtsträchtigen Gebäude vorgenommen haben, ist das Dach. Zwischen all den geschützten roten Dächern würde sich laut dem Plan der Architekten eine Dachskulptur erheben. Ein völlig neues Bild in der geschützten Grazer Innenstadt.

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Rendering: Christian Buresch

Historischer Erhalt
Ironischerweise diente dieser scheinbare Eingriff in das historische Stadtbild dem Erhalt von greifbarer Geschichte. Davon weiß der Wilde Mann genug zu berichten. „Das Gebäude war ein Eventzentrum mitten in der Stadt“, erzählt Jenewein. Es war die Heimat von Boxkämpfen, von einem Gasthaus, einem Hotel und später von der Musikhochschule. Zuletzt hat die Grazer Oper das Gebäude genutzt. Die Räume, in denen früher gekämpft oder musiziert wurde, finden sich noch heute in den Mauern. Auch wenns sich das eigentlich hätte ändern sollen.
„Der ursprüngliche Plan war es, das Gebäude entkernen und dann mit kleinen Wohnungen auffüllen“, so Jenewein. Als das Team hinter der Sanierung aber das Gebäude besichtigt hat und der Wilde Mann – die Malerei im Foyer des Altbaus – ihnen entgegengeblickt hat, hat es sich entschlossen, dass es wichtig sei, diese historisch wertvollen Aspekte des Gebäudes zu erhalten. Sie waren Zeugen der Zeit, die man nicht aus dem Grazer Stadtbild verdrängen wollte. Es musste also eine Lösung her, wie man die alten Räume erhalten, aber dennoch Platz für mehr Wohnungen und Büros im Wilden Mann schaffen konnte. Die Lösung: Ein Dachaufbau.
Der untere Teil des Gebäudes ist grundlegend erhalten geblieben, wurde aber saniert. Das Dach hat man entfernt geholt. An seine Stelle trat eine aufgestockte Dachkonstruktion als Holz, die Platz für mehrere Penthäuser und Wohnungen bieten und sich zugleich ins Gefüge der anderen Dächer straßenseitig einfügen sollte.

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Foto: HBP Stmk/G.Ott
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Die Architekten von LOVE haben sich ebenfalls mit einem Büro im Wilden Mann eingefunden. Foto: KANIZAJ Marija-M.|2018

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