In Berlin erhebt sich seit kurzem Walden 48, ein Wohngebäude aus Holz. Am 21. Februar wurde der Rohbau fertiggestellt. 
Noch steht nur der Rohbau, aber bald wird Walden 48 neuen Wohnraum bieten. © ARGE Scharabi|Raupach/Grafik Render-Manufaktur Berlin
Holzbau ist nicht nur für rurale Gebiete geeignet – direkt zwischen Wald und Feld –, sondern auch für große Städte. Die positiven Effekte und auch die Machbarkeit davon wurden schon mehrfach unter Beweis gestellt und zeigen sich nun erneut in einem Wohnbau aus Holz zentral in Berlin. 

Walden 48 nennt sich das neu errichtete Wohngebäude am Volkspark Friedrichshain. Das sechstöckige Wohnhaus durfte am 21. Februar die Fertigstellung des Rohbaus feiern. 31 Wochen dauerte der Bau an, was laut Architektin Susanne Scharabi vom gleichnamigen Berliner Architekturbüro nur durch den enormen Einsatz von Holz ermöglicht wurde: „Holzkonstruktionen sind prädestiniert für das energiesparende Bauen, sie können vorgefertigt werden und verkürzten so die Rohbauzeit (...) auf knapp über ein halbes Jahr.“ 

Holz und Schiefer
Der Bau sticht durch seine großflächigen Holzelemente und die offenen Balkone sofort heraus, wenn man parkartigen Gelände des Georgen-Parochial-Friedhof auf ihn zukommt. Auch seine Länge hilft dabei: 60 m erstreckt sich das Gebäude entlang der vielbefahrenen Landsberger Allee. 

Bei dieser zentralen Straße handelt es sich auch um einen großen Kritikpunkt an dem Neubau. Wer wolle schon an dieser vierspurigen Verkehrsader wohnen? Mit 75 Dezibel hallt der Verkehrslärm zum Rohbau hinüber. Davon würde man drinnen auf den 5.500 m2 Bruttogeschossfläche aber nichts mitbekommen. Dafür sorgt ein Schallschutz bestehend aus einer hölzernen, zweischichtig gedämmten und mit Schiefer verkleideten Fassade. 

Auch innen Holz
Die Holzfassade zieht sich über den gesamten Rohbau und auch in die Wohneinheiten hinein. Diese sind mit 13 m Tiefe angelegte und wurden durch Deckenspannweiten von 7,20 m ohne Stützen realisiert. Dadurch ergibt sich ein modernes, Loft-artiges Gefühl. 

Die Fahrstuhlkerne, sämtliche Treppenläufe und die Podeste sind in Massivholz umgesetzt. Einzig die Treppenhäuser bestehen aus Stahlbetan. Auch die Energiebilanz weiß zu beeindrucken: Das nachhaltige Energiekonzept des Holzmassivbaus weist nur 55 Prozent an jährlichem Primärenergie-Verbrauch aus im Vergleich zu einem herkömmlichen Neubau (KfW 55-Standard). 

Für den Bau zeichnet Rubner Holzbau verantwortlich. Der Plan stammt vom Architekturbüro Scharabi und Anne Raupach. Alle Wohnungen für den Neubau sind bereits belegt. (flb)

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