Die holzgefertigten Minihäuser, Tiny Houses, haben eine vielfältige Kundschaft. Junge, alte, private und gewerbliche Nutzer gehören dazu.

Serie: Tiny-Houses

Kleinsthäuser sind stark nachgefragt. Welche Aspekte bestimmen den Markt?


Das CUBIG-Design Fertighaus benötigt wie alle kleinen und kleinsten Häuser eine Baugenehmigung. Foto: CUBIG
Das CUBIG-Design Fertighaus benötigt wie alle kleinen und kleinsten Häuser eine Baugenehmigung. Foto: CUBIG

Die Häuser, die unter dem Label Tiny Houses vermarktet werden, erfreuen sich eines regen Zuspruches von verschiedenen Seiten – was deshalb noch nicht heißt, dass es leicht ist, die Bauwerke an Mann und Frau zu bringen. Immerhin kristallisiert sich vor allem der Dämmstandard als ein Knackpunkt heraus. Einerseits, weil die Häuser wie ganz normale Bauwerke in den Bauordnungen Deutschlands, der Schweiz oder Österreichs behandelt werden. Wer also glaubt, nur weil das Haus Räder hat, könnte es schon als Wohnwagen durchgehen, irrt. Überall dort, wo permanente Nutzung angestrebt wird, verlangt die Kommune diverse Unterlagen.

Baurecht entscheidend
„Auch kleine und kleinste Gebäude sind in Deutschland grundsätzlich genehmigungspflichtig, sofern sie nicht nur zum Unterstellen von Geräten, sondern auch als längerfristiger Aufenthaltsraum dienen sollen“ heißt es auf der Beratungswebsite tiny-houses.de.

Auch Christoph Heinemann vom österreichischen Erzeuger Wohnwagon macht darauf aufmerksam, weshalb man in der Erzeugung eben auf die baurechtlichen Bestimmungen Rücksicht nehmen muss: „U-Werte von 0,21 in Deutschland und 0,25 in Österreich müssen erreicht werden, um eine Baubewilligung zu erlangen“.

Viele Kundengruppen
Je eher all die Auflagen erfüllt werden, „umso eher kommen sehr unterschiedliche Zielgruppen für Tiny-Häuser in Frage“, so der Marketingverantwortliche Heinemann.

Als da wären:

  1. Leute zwischen 20 und 35 Jahren, die schon gerne ein eigenes Haus besitzen möchten, aber noch unsicher sind, ob sie „ewig“ am selben Ort bleiben werden.
  2. Senioren, die von der Stadt genug haben und (wieder) raus aufs Land wollen. Die Kinder sind aus dem Haus, man will sich verkleinern und Ballast abwerfen.
  3. Minimalisten, die für sich nicht viel Wohnraum in Anspruch nehmen möchten. Die möglichst selbstbestimmt und autark leben wollen.
  4. Zirkusleute, die eine qualitätvolle Bleibe für die immer wieder wechselnden Wohnorte suchen, und
  5. Hoteliers und Veranstalter, die ihren Kunden flexible Nächtigungsmöglichkeiten anbieten oder das Tiny House für (oft termporäre) Events brauchen.

Die Neugier ist groß und der Markt beginnt, sich zu entwickeln. Und die Preise sind noch recht unterschiedlich – einfache Konstruktionen können für 30-50.000 Euro angeschafft werden, ab rund 80.000 beginnen die massiveren Konstruktionen. Für vollausgestattete und autarke Bleiben sollte man eher an die 200.000 Euro veranschlagen. Ohne Grundstückskosten.

(hst)

Karte mit Tiny-House-Hersteller

tiny-houses.de

wohnwagon.at

cubig.de

 

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