Die besten Ideen für Aufstockungen aus Holz auf bestehende Wiener Gemeindebauten der Nachkriegszeit wurden vergangene Woche im Festsaal der TU Wien ausgezeichnet.

„Modulus“ überzeugte die Jury vor allem durch die elegante neue Erscheinung, die der Plattenbau durch die Aufstockung erhält. Foto: © Kalinowska, Karandiuk, Moscicka

Gemeindebauten der Nachkriegszeit machen in Wien einen großen Teil der Bestandswohnbauten aus und bieten ein besonders hohes Potential für Aufstockungen. Im Rahmen des internationalen StudentInnenwettbewerbs proHolz Student Trophy 2020 suchte proHolz Austria gemeinsam mit der Stadt Wien und Wiener Wohnen daher Entwürfe für Aufstockungen aus Holz auf drei ausgewählte Wiener Wohnbauten der 1960er Jahre.

Gesucht waren nachhaltige Ideen auf allen Ebenen. Von den Studierenden, die als Teams aus angehenden ArchitektInnen und BauingenieurInnen einreichen konnten, waren Lösungen mit dem Baustoff Holz gefordert, die nicht nur systemhaft und damit vielfach übertragbar sind, sondern die auch leistbare Wohnungen mit guten Grundrissen und einen Mehrwert für die bestehenden MieterInnen in Form von neu entstehenden Gemeinschaftsflächen, Loggien oder Balkonen hervorbringen. Zudem waren Klimaverbesserungen durch Fassaden- oder Dachflächenbegrünungen ein wesentliches Kriterium.

Der Wettbewerb war heuer erstmals international offen: 127 Wettbewerbsbeiträge waren eingelangt, etwa ein Drittel der Einreichungen kam dabei aus Österreich, ein weiteres Drittel aus Deutschland, der Rest aus Italien und Slowenien, aber auch aus Russland, Kroatien und der Slowakei. Aus den Einreichungen wählte die Fachjury drei Siegerprojekte.

Ein Preis ging an das Projekt „AUFgewertet“ von TU München-Studierenden, das den Brunnweg 4 im 10. Bezirk mit einer Kombination aus Raummodulen und Elementbauweise aufwertet. Das Projekt „Wohncollage“ von Studierenden der FH Joanneum Graz, das in der Maroltingergasse 19-25 in Ottakring Raumzellen zweigeschossig auf dem Bestand stapelt und vor den Bestand ein flexibel nutzbares Holzregal stellt, erhielt ebenfalls einen Preis. Auch das Projekt „Modulus“, erarbeitet von Studierenden der Universität für angewandte Kunst Wien, bei dem lang gestreckte Raummodule auf dem Dach des Objekts Pantucekgasse 33 in Favoriten längs und quer gestapelt werden und zu beiden Seiten frei auskragen, wurde mit einem Preis ausgezeichnet.

Zusätzlich zu den Preisen, die mit insgesamt 8.500 Euro dotiert waren, vergab die Jury acht Anerkennungen. „Die Wettbewerbsbeiträge zeigen eindrucksvoll, welche Möglichkeiten der durch neue Technologien revolutionierte, moderne Holzbau gestalterisch bietet und wie mit durchdachten Aufstockungslösungen eine Umkehr zu smartem, sozial nachhaltigem sowie klima- und ressourcenschonendem Weiterbauen in den Städten gelingen kann“, sagt Maximilian Rudolf Luger, Juryvorsitzender, Architekten Luger & Maul. „Aus vielen guten Einreichungen sind letztlich würdige Siegerprojekte mit Realisierungspotential, das die Stadt Wien sicher zu nutzen weiß, hervorgegangen.“ (cst)

pro Holz Student Trophy 2020 - Prämierte Projekte 

proHolz Austria 

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