Nach „For Forest“, dem Wald im Fußballstadion, präsentiert der Künstler Klaus Littmann ein weiteres Projekt mit lebendigen Bäumen. Diesmal ist es allerdings nur ein einziger.

Das neueste Kunstwerk von Klaus Littmann stellt wieder den lebendigen Baum in den Mittelpunkt und ist ab dem 27. April in Basel zu sehen. Grafik: Klaus Littmann

Ein außergewöhnliches und großräumiges Kunstprojekt beehrte 2019 das Klagenfurter Wörtherseestadion im Süden Österreichs: Klaus Littmanns „For Forest – Die ungebrochene Anziehungskraft der Natur“. Auch wenn das Projekt organisatorisch und politisch schwierig umzusetzen war, gelang es doch, 299 Bäume inmitten des Fußballfeldes zu pflanzen und damit einen Wald in den Blickpunkt zu stellen. Nun gibt es ab dem 27. April ein zweiteiliges Folgeprojekt des Künstlers in Basel, Schweiz. Die Kulturstiftung Basel H. Geiger / KBH.G präsentiert einerseits eine temporäre begehbare Kunstintervention „Arena für einen Baum“ auf dem Basler Münsterplatz, gefolgt von der Schau „Tree Connections“ im Ausstellungsraum der KBH.G.

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Klaus Littmann inmitten seines Kunstprojekt „For Forest“, das im Jahr 2019 internationale Aufmerksamkeit auf sich zog. Foto: Gerhard Maurer

Ein Baum als sein eigenes Kunstwerk

Mit „Arena für einen Baum“ konzentriert sich alle Aufmerksamkeit auf einen einzigen Baum. Er ist das Zentrum einer öffentlich zugänglichen Arena, mitten auf dem vielfrequentierten Münsterplatz. Die Holzkonstruktion lässt nach innen und außen durchblicken und bietet 50 Personen einen Sitzplatz mit Blick auf einen Baum in der Mitte. „Die Natur selbst ist ein gewaltiges Gesamtkunstwerk – also kann man ihr auch einmal ein kleines widmen“, erläutert Klaus Littmann die Intention für seine Installation, die Besucher- und Passant*innen täglich von 11 bis 20 Uhr betreten und auf sich wirken lassen können.

Die Arena in Zusammenarbeit mit Schnetzer Puskas Ingenieure hat zwölf Meter Durchmesser und ist geformt wie ein runder Korb aus lockerem Geflecht, der den Baum schützend umgibt – acht Meter hoch, fast bis zu dessen Spitze. Äußere Form und Struktur der einzelnen, das "Geflecht" bildenden Lamellen sind in ihrer Unregelmäßigkeit denen eines Baumes nachempfunden. Gemeinsam mit der umlaufenden Tribüne im Inneren bilden sie die Jahresringe ab.

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Das Modell zum acht Meter hohen Holzkorb, der für 50 Personen Platz und ideale Sicht auf den Baum bieten wird. Foto/Modell: Klaus Littmann

Wie bereits in Klagenfurt ist der Schweizer Landschaftsarchitekt Enzo Enea für Auswahl und Aufzucht des Baumes zuständig. Dabei geht es nicht um bloße Schönheit und Stärke, sondern vielmehr darum, ob er sich in den Basler Baumbestand integrieren lässt und seine Art zur langfristigen Anpassung an die durch die globale Klimaerwärmung veränderten Bedingungen fähig ist. Denn dieser Baum ist vieles: Stellvertreter für den Wald, Botschafter für die Natur sowie deren Erhalt und natürlich auch Testimonial für den Ausstellungszyklus. „Die Arena wird den Münsterhügel wieder verlassen, der Baum soll auf Dauer in Basel Wurzeln schlagen und wird der Stadt als Geschenk übergeben“, so Klaus Littmann.

Was „Baum“ alles sein kann

Als zweiten Teil findet im Ausstellungsraum der KBH.G die Schau „Tree Connections“ statt. Klaus Littmann zeigt hier die Vielfalt der künstlerischen Auseinandersetzung mit der Natur vom 19. Jahrhundert bis heute anhand von rund 75 Werken von 45 Künstler*innen. Der Baum ist dabei in allen Darstellungs- und Kunstformen präsent: Als Reliefs von Hans Arp, Skulpturen von Günther Uecker, Stephan Balkenhol und Hermann Scherer, Projektzeichnungen von Christo, Objekten von Meret Oppenheim und immer wieder in den Arbeiten von Joseph Beuys, zu dessen Schülern Klaus Littmann in den 1970er-Jahren an der Düsseldorfer Kunstakademie gehörte. Viele der Werke waren noch nie öffentlich ausgestellt, einige sind speziell für „Tree Connections“ entstanden.

 

Termine:

27. April bis 24. Mai: Begehbare Kunstintervention „Arena für einen Baum“ auf dem Münsterplatz, Basel, täglich 11 bis 20 Uhr 

11. Mai bis 11. Juli: Ausstellung „Tree Connections“ in der Kulturstiftung Basel H. Geiger| KBH.G, täglich (außer Dienstag) 11 bis 18 Uhr oder nach Vereinbarung

Der Eintritt ist kostenlos. 

 

(sis)

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