Die Paul-Gerhardt-Schule in Dassel trägt den Titel „Umweltschule in Europa“. Es war daher naheliegend, den Neubau der Sporthalle in Holzbauweise zu realisieren. 

Turnhalle
Die lichte Höhe von sieben Metern beeindruckt genauso wie Spannweiten bis zu 27 Metern. Foto: Frank Aussieker, Rubner

Im evangelischen Gymnasium, der Paul-Gerhardt-Schule (PGS) in Dassel (Niedersachsen/Deutschland), schwärmen nicht nur rund 800 Schüler*innen über den großzügig angelegten Campus. Auch mehr als insgesamt 150.000 Bienen der drei am Schulgelände angesiedelten Bienenvölker sammeln fleißig Pollen für die Produktion des schuleigenen Honigs. Dieses und weitere Projekte sind die Grundlage dafür, dass die PGS wiederholt als „Umweltschule in Europa“ ausgezeichnet wurde.

Dazu passt (ebenfalls) ausgezeichnet, dass der Siegerentwurf von MOSAIK Architekten aus Hannover für die Errichtung der neuen Sport- und Veranstaltungshalle die Umsetzung in Holzbauweise vorgesehen hat. Der Bauherr, das Schulwerk der ev.-luth. Landeskirche Hannover, hat diesen Input gerne aufgegriffen und war von Anfang an sowohl von der hohen Energieeffizienz des Gebäudes als auch dem Konzept der Nachhaltigkeit überzeugt.


Im Einklang mit dem Umfeld
Der Neubau der Sporthalle versteht sich als konsequente Erweiterung des Bestandsgebäudes aus den 1950er-Jahren und einer bereits realisierten Schulhauserweiterung. Gleichzeitig vermittelt der zweigeschossige Zubau mit Geräteraum und Umkleidetrakt zwischen den beiden Ebenen des Hanggrundstücks. Die Fassade des in Holzbauweise errichteten Zubaus ist bewusst zurückhaltend gestaltet, sie orientiert sich an der bereits vorvergrauten Schalung des Schulgebäudes. Im Inneren der Halle herrschen hingegen helle, naturbelassene Farben, Holzoberflächen, hellgrünes Trapezblech als Deckenverkleidung und jede Menge natürliches Tageslicht vor – dafür wurden rund 230 m2 Holz-Glas-Fassade verbaut.

Wichtige Faktoren beim Bau der Holz-Sporthalle: hohe Energieeffizienz und Nachhaltigkeit. © Frank Aussieker

Der zweigeschossige Neubau der Sporthalle ist eine Erweiterung des Bestandsgebäudes aus den 1950er-Jahren. © Frank Aussieker

1.375 m2 Douglasie stecken in der Fassadenbekleidung. © Frank Aussieker

Für die Architektur waren MOSAIK Architekten aus Hannover zuständig, für die Umsetzung in Holzbauweise Rubner in Ober-Grafendorf. © Frank Aussieker 

Barrierefrei, flexibel und mit speziellen Features: Die hölzerne Sporthalle hat viel auf Lager. © Frank Aussieker

Eine technische Herausforderung: Die außergewöhnliche Spannweite des Hallendachs. © Frank Aussieker

Die beiden ausziehbaren Tribünen für 60 bzw. 300 Gäste sind die wichtigsten Elemente im Inneren der Halle. © Frank Aussieker

Die Leimbinder, die beide Sportflächen und Tribünen überspannen, messen 1,80 m Höhe und 27 m Länge. © Frank Aussieker

Sieben Meter lichte Höhe
Die Kennzahlen der neuen Zweifeld-Halle können sich sehen lassen: Die Grundfläche misst rund 1.740 m2, davon entfallen ca. 1.000 m2 auf den Hallenraum mit seinen zwei nebeneinanderliegenden Spielfeldern. Mit einer lichten Höhe von sieben Metern ergibt sich eine Gesamtkubatur von 15.500 m3, ausreichend Raum für Sportarten, in denen nicht nur die Emotionen, sondern auch die Bälle hochgehen. Für die gesamte Gebäudehülle wurden 2.175 m2 Wand- und 1.757 m2 Dachfläche realisiert.

Fassade aus Douglasie
Für die Fassadenbekleidung wurden 1.375 m2 Douglasie verarbeitet. Zu den wichtigsten Elementen im Inneren der Halle zählen die beiden ausziehbaren Tribünen, einmal mit rund 60 Plätzen für die Zuschauer*innen der regelmäßig stattfindenden Handballspiele, einmal mit 300 Plätzen für die Besucher*innen der Gottesdienste. Darüber hinaus verfügt die Sporthalle über eine Kletterwand, einen weiteren Unterrichtsraum sowie einen mit Küchenzeile ausgestatteten Seminarraum, der als Vereinsraum für außerschulische Aktivitäten dient. Mit der Installation eines Aufzugs wurde sichergestellt, dass der Zubau über alle Etagen barrierefrei erschlossen und zugänglich ist – ein Muss, gerade für eine Schule in kirchlicher Trägerschaft, die sich auch der Inklusion verschrieben hat.

27 Meter Spannweite
Die technischen Herausforderungen liegen in der außergewöhnlichen Spannweite der Trägerelemente für das Hallendach. Die Leimbinder aus Brettschichtholz, die beide Sportflächen und Tribünen überspannen, messen 1,80 m Höhe und ganze 27 m Länge – durchaus eine Herausforderung für den Transport von der Fertigung aus dem Rubner-Werk in Ober-Grafendorf nach Niedersachsen. Gleiches gilt für die aus Brettsperrholz gefertigten Innen- und Außenwände, die wiederum aus der Produktion in Brixen nach Dassel transportiert werden mussten.

(hst)

Daten & Fakten

  • Fertigstellung: Ende 2020
  • Auftraggeber: Ev.-luth. Landeskirche Hannovers (DE)
  • Architektur: MOSAIK Architekten, Hannover (DE)
  • Tragwerksplanung: Sellmann Ingenieure, Hannover (DE)
  • Holz-Glas-Fassade: 224 m2
  • Fassadenbekleidung: 1.375 m2 aus Douglasie
  • Brettschichtholz: 91 m3 in Fichte für bis zu 27 m lange Leimbinder
  • Brettsperrholz: 163 m3 für Decken, 189 m3 für Wände
  • Wandfläche: 2.175 m2
  • Dachfläche: 1.757 m2

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