Europas größte Dachkonstruktion aus Holz steht seit Sommer 2009 in Frankfurt am Main. Die Fachwerkbinder der neuen Messehalle 11 weisen eine Gesamtlänge von 114,80 m auf und schaffen eine stützenfreie Ausstellungsfläche von 23.000 m². Das Großprojekt mit österreichischer Beteiligung wurde unlängst im Rahmen des Deutschen Holzbaupreises 2011 gewürdigt.
Rund 170 Millionen Euro investierte die Messe Frankfurt in das von dem Berliner Architekturbüro Hascher Jehle Architektur entworfene Ensemble aus Portalhaus und Messehalle 11, dem bis dato größten Bauprojekt des Messekonzerns. Die Tragwerksplanung erfolgte durch RSP Remmel + Sattler Ingenieurgesellschaft in Frankfurt, die Ausführung durch die WIEHAG GmbH. Vor kurzem wurde dieses außergewöhnliche Referenzprojekt des Ingenieurholzbaus mit einer Anerkennung gewürdigt.

10 aus 229
Holzbau Deutschland – Bund Deutscher Zimmermeister verlieh auf der Weltmesse für die Forst- und Holzwirtschaft, der LIGNA in Hannover, den Deutschen Holzbaupreis 2011. Er gilt in der Bundesrepublik als die wichtigste Auszeichnung für Gebäude, die aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz gebaut werden. Die Fachjury unter Leitung des Architekten Prof. Florian Nagler hatte keine leichte Aufgabe zu bewältigen: insgesamt zählte sie 229 eingesendete Arbeiten, die von anspruchsvollen Neubauten über innovative Gebäudesanierungen bis zu zukunftsweisenden Entwicklungen auf dem Produktsektor reichten. Der Deutsche Holzbaupreis wird in diesem Jahr drei Bauwerken verliehen. Darüber hinaus wurden sieben Neubauten und Modernisierungsvorhaben mit einem Anerkennungspreis gewürdigt, darunter die Frankfurter Messehalle 11.

Neuartiges Knotenmodell
Die Dachkonstruktion besteht aus 12 Holzfachwerkbindern mit Zugdiagonalen aus Stahl im Innenbereich der Halle und reinen Holzfachwerken mit Stabdübel-Schlitzblech-Verbindungen im spitz zulaufenden Dachrand. Die 78 m frei gespannten Fachwerkbinder, die zusammen mit 2 x 18,40 m Dachauskragung eine Gesamtlänge von 114,80 m besitzen, sind eine Meisterleistung des WIEHAG-Ingenieurholzbaus. Die Fachwerkbinder haben einen Achsabstand von 10,4 m und sind über Holzpfetten im Obergurtbereich miteinander verbunden. Das weit auskragende Dach, mit einer Länge von 197 m, scheint als horizontale Platte über dem Baukörper zu schweben. Insgesamt wurden ca. 2600 m³ Brettschichtholz verarbeitet. Für die Entwicklung des Hochleistungsknotens zeichnete sich DI Alfons Brunauer, technischer Leiter des Ingenieurholzbaus bei WIEHAG, verantwortlich: So wurden zur Knotenausbildung im Innenbereich die Stahlzugstangen über schräg eingedrehte selbstbohrende Vollgewindeschrauben mit den Holzgurten verbunden. Im höchstbelasteten Knoten musste z.B. ein Bemessungswert der Zugkraft von ca. 3500 kN übertragen werden. Zur Bestätigung dieses neuartigen Knotenmodells wurde eine Versuchsreihe bei der Universität Stuttgart durchgeführt, wobei eine dreifache Sicherheit nachgewiesen werden konnte.

Weitere Infos unter:
deutscher-holzbaupreis.de
wiehag.com


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