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07.11.2017 - Die Besetzung der Professur „Architektur und Holzbau“ an der TU Graz mit dem Berliner Holzbauexperten Tom Kaden sorgt für Unruhe in der Holzbauszene.

Tom Kaden wurde per 1. September 2017 auf die Professur Architektur und Holzbau an der TU Graz berufen. Foto: Frankl-TU Graz

In den letzten Tagen ist zur neuen Professur an der TU Graz eine Diskussion entbrannt – Kaden sei in keiner deutschen Architektenkammer Mitglied und soll sein Diplom sogar gefälscht haben, berichtet der ORF.

Die Causa
Am Montagabend folgte die erste Stellungnahme der TU Graz zu den Vorwürfen. Den Financiers des Stiftungslehrstuhls sei allerdings nicht bewusst gewesen, dass Tom Kaden kein Architekt ist. Deshalb schien er bei den Presseaussendungen immer wieder als "Architekt" auf, was nun für Unmut sorgte. Auch, dass er 1996 die Dokumentenfälschung seines Diploms begangen habe, wie er mehrfach zugegeben hat, sei in der Steiermark nicht bekannt gewesen. Als dies in Deutschland an die Öffentlichkeit gelangte, war die Tat bereits verjährt und somit juristisch nicht relevant, heißt es in der Presseaussendung von proHolz Steiermark zur Causa. An der TU Graz habe er beim Auswahlverfahren alles richtig angegeben und alle formal geforderten Kriterien erfüllt.

Aufgeklärt
In der bereits erwähnten Presseaussendung bezieht sich die TU Graz auf die Erfüllung der formalen Kriterien der Ausschreibung: Demnach verfügt Tom Kaden mit dem Abschluss Dipl.-Designer der Kunsthochschule Berlin-Weißensee über den erforderlichen Hochschulabschluss. Das Führen der Berufsbezeichnung „Architekt“ wurde beim Bewerbungsverfahren nicht gefordert. Die gesamte Aussendung finden Sie hier.

Kommentare  

#3 Wilhelm 2017-11-26 10:03
Der eigentliche Skandal ist die vollkommen unreflektierte Pressemtteilung der TU Graz.
Nein, die Kammereintragun g ist eben nicht nur dafür da, Bauanträge zu unterschreiben, sondern eben auch dafür sich am Markt als Architekt zu bezeichnen. Und das scheint Herr Kaden trotzdem ausgiebig zu betreiben, wenn man sich das Internet anschaut. Ungeachtet davon, dass er bei dem Berufungsverfah ren diese Dreistigkeit nicht begangen hat, ist die Vorbildwirkung etwas fragwürdig.
Wie toll ist das denn, ein Prof der einfach über eine Diplomfälschung eine erfolgreiche Karriere eingeschlagen hat, und sich weiter über die Regeln der Kammern hinwegsetzt. Warum sollten die Studenten überhaupt so lange studieren?
Wie öffentlich ist denn der „Fehler“ eingestanden, dass man ihn nirgendwo findet? Wie hinlänglich bekannt ist die Fälschung in der Holzbauszene, dass die entsprechenden Akteure, die die Professur finanzieren, davon nichts wussten?
#2 Fred 2017-11-26 08:43
Wozu überhaupt noch studieren? Man kann doch auch einfach mit einem gefälschten Diplom seine erfolgreiche Karriere einschlagen.
#1 edd 2017-11-09 20:41
Tolles Vorbild für Studenten

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