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26.06.2018 - In Österreich zeigt sich am Fertighausmarkt ein West-Ost-Gefälle: Die höchste Fertighausquote hat Niederösterreich mit 42,6 %, Tirol weißt mit 20,4 % einen niedrigsten Anteil auf. Diese und weitere Besonderheiten des österreichischen Marktes im Interview mit Christian Murhammer.
Serie: Auf die Plätze, Fertig, Haus!
2017 war knapp jedes dritte neu gebautes Haus in Österreich ein Fertighaus. Laut Interconnection Consulting lag die sogenannte Fertighausquote bei 31,6%. Schlüsselfertige Häuser sind dabei immer gefragter - 2017 war deren Anteil erstmals höher als der Anteil von ausbaufertigen Häusern. Die Marktentwicklungen in Österreich und Deutschland weisen einige Parallelen aber auch interessante Unterschiede in der Fertighausindustrie auf. Christian Murhammer, Geschäftsführer Österreichischer Fertighausverband, und Johannes Schwörer, Präsident Bundesverband Deutscher Fertigbau e.V., stehen dazu Rede und Antwort.



Was versteht man in Österreich und Deutschland unter einem „Fertighaus“? Gibt es dazu eine Definition?

Christian Murhammer: Österreich ist das einzige Land in der EU, welches den Begriff „Fertighaus“ normativ definiert – und zwar in der ÖNORM B 2310. Dort heißt es heißt es unter Punkt 3.1. unter anderem: „Fertighaus – auf vorbereitetem Unterbau errichtetes Bauwerk aus vorgefertigten, geschosshohen Wandelementen, Raumzellen sowie aus vorgefertigten Decken- und Dachelementen, die in Produktionsstätten witterungsunabhängig hergestellt, auf die Baustelle transportiert und dort zusammengebaut werden.

Die Marktdimensionen sind sehr unterschiedlich. Wie viele Unternehmen (und Mitarbeiter) sind in der Fertighaus-Branche aktiv?

Murhammer: Da jeder Zimmereibetrieb berechtigt ist, Fertighäuser in Holzbauweise (rund 85 Prozent des Fertigbau-Anteils) herzustellen, lässt sich das nicht genau feststellen. In unserem Fertighausverband sind 16 Marken vertreten. Unsere Mitglieder errichten über 60 % aller in Österreich in Fertigbauweise gebauten Einfamilienhäuser und beschäftigten zum Stichtag 31. Dezember 2017 exakt 2.478 Mitarbeiter.

In welchen Regionen werden die meisten Fertighäuser errichtet?

Murhammer: Österreich weist ein starkes Ost-Westgefälle auf. Die meisten Einfamilien-Fertighäuser werden in Niederösterreich errichtet (2017: 30 %), die wenigsten in Vorarlberg (2017: 2 %).

Wie sieht es mit dem Verhältnis Fertighaus/konventioneller Hausbau vor Ort aus? Wohin geht der Trend?

Murhammer: Im Einfamilienhaussektor sind die Marktanteile seit Jahren stabil: Jedes dritte in Österreich gebaute Einfamilienhaus ist ein Fertighaus. Diese Verteilung wird sich in den nächsten Jahren vermutlich nicht wesentlich verändern. Eindeutige Wachstumspotenziale liegen allerdings im mehrgeschossigen Fertigbau.

Welches Potenzial haben die Märkte in Zukunft noch zu bieten?

Murhammer:
Es wird eher in Sanierung, Nachverdichtung, Aktivierung von Baulandreserven und Wohnkonzepte investiert werden, welche die Lebensqualität trotz Verdichtung erlauben. Für den Fertigbau ist es wichtig, diese Entwicklungen genau zu beobachten und aktiv mitzugestalten. Dann können die Vorteile der Vorfertigung auch dort schlagend werden.

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Christian Murhammer, Geschäftsführer Österreichischer Fertighausverband. Foto: Wilke


Stichwort Vorfertigung – wie hat sich die Modulbauweise in den letzten Jahren entwickelt?

Murhammer: In der ÖNORM B 2310 steht die „Raumzeile“ seit 1995 als eine Variante des Fertigbaus definiert. Beim Kunden hat sich diese Bauvariante allerdings noch nicht so richtig durchgesetzt. Prädestiniert ist diese Fertigbauvariante etwa für Hotels oder Studenten- und Seniorenheime. Herausforderungen können etwa die Energieeffizienz sein, oder ein gewisses Rastermaß, das aus transporttechnischen Gründen einfach nicht überschritten werden kann. (wzd)

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