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Veränderung
16.10.18 - Architektin Regina M. Lettner verortet die Probleme und Lösungsansätze der Baubranche von heute und morgen.
Smarte und sichere Planung wird in Zukunft eine wesentlich größere Rolle spielen. Foto: pxhere

Die Baubranche ist mitten im Umbruch. Die Preise für neue Gebäude steigen trotz der technologischen Errungenschaften der letzten Jahre weiter an. Doch woher kommen diese Erhöhungen und wie kann man dagegen vorgehen?

Die Architektin Regina M. Lettner hat während einem Vortrag am imh-Kongress nicht einen einzelnen Schuldigen gefunden, sondern gleich mehrere. Es beginnt beim Klassiker: Die Nachfrage ist größer als das Angebot. Passende Grundstücke fehlen und die verfügbaren wurden in der Vergangenheit immer teurer.

Teurer und teurer
Die Branche klagt außerdem über den wachsenden Pool an Regulatorien. So müssen zum Beispiel alle Neubauten ab 2021 Niedrigstenergiegebäude sein. Das gibt die EU vor. Gleichzeitig müssen Baudatenbanken entstehen und der erhöhte Bestandsschutz verhindert in vielen Fällen einen Neubau in städtischen Gebieten. Erschließung und Bau werden zusätzlich oft durch BürgerInnenbeteiligungsverfahren oder durch Anliegen im Naturschutz verhindert.

Außerdem nennt sie Steuern, Abgaben und die wachsenden Ansprüche aus der Gesellschaft. Hinzu kommt der Fachkräftemangel, da man lange und vergeblich nach Angestellten sucht, die mit den neuen Anforderungen der gegenwärtigen Baubranche zurechtkommen (Stichwort: BIM), weshalb Unternehmen ihre Fachkräfte oft selbst anlernen müssen.

Lösungsansätze
Wie die Branche laut Lettner mit diesen neuen Anforderungen umgehen soll? Durch sicheres Bauen mit Holz-Systembau. Sie verortet mehrere Schritte. Zunächst müssen die Prozesse optimiert werden, indem man nicht mehr jedes Haus zum Prototyp macht, sondern systemischer vorgeht.

Das geht weiter in die Art und Weise, wie wir bauen. Nämlich nicht direkt vor Ort, sondern im Vorfeld in der Werkhalle, wo man sich nicht nach Witterungsverhältnissen auf der Baustelle richten muss. Das fertige Produkt muss schließlich nur noch auf der Baustelle zusammengefügt werden.

Smart und hölzern
Schließlich rät sie noch zum smarteren Bauen mit höherer Effizienz, was die Preise auf Dauer niedrig halten kann, zum schnellen Bauen, wodurch durch einen beschleunigten Geldfluss die Finanzierungskosten sinken und zum Bauen mit Holz:

Lettner erklärt, dass zwei Drittel der Befragten einer KäuferInnen-Studie von baukult für eine Wohnung aus Holzfertigbauteilen gleich viel zahlen würden wie für eine aus Betonteilen. 12 % sogar mehr. Außerdem: Holz ist sympathisch. Auch das sollte die Branche sich laut ihr zunutze machen. (flb)

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