Christbäume weisen eine recht hohe Schadstoffbelastung auf. Gesündere und ökologischere Alternativen gibt es aber genügend.
Es weihnachtet sehr! Aber weihnachtet es auch gesund? Foto: pxhere
Drauß’ vom Walde kommt er her. Damit endet die Naturverbundenheit des Christbaums in manchen Fällen aber schon. Wie die ARD in einem Bericht festgestellt hat, sind viele der Weihnachtsbäume, die wir uns ins Wohnzimmer stellen, durch Pestizide, Insektizide und Pilzmittel belastet.

Chemisch belastet
Dafür hat die ARD Bäume an mehreren Verkaufsstellen gekauft und die Nadeln in einem unabhängigen Labor untersuchen lassen. Auf jedem der fünf Bäume waren zumindest Spuren der Schadstoffe erkennbar. Unter anderem von dem stark umstrittenen Glyphosat. Sämtliche gefundenen Spuren befänden sich zwar noch in einem legalen Rahmen, aber das sei auch eher Teil des Problems als eine Entwarnung.

Der legale Rahmen sei nämlich viel zu hoch angesetzt und schon die gefundenen Spuren könnten Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben. Jürgen Stellpflug von Testwatch erwähnt gegenüber den Reportern der ARD, dass die gefundenen Stoffe nervengiftig sein können, sich auf das Hormonsystem auswirken können und – wie Glyphosat – unter Krebsverdacht stehen.

Es geht auch anders
Es gibt allerdings auch ein Alternative dazu. Die Rede ist noch nicht einmal von Plastikbäumen, die für die meisten Österreicher_innen schlicht keine Option darstellen. Nur 15,5 % greifen zur Alternative aus Kunststoff. Die Rede ist von biologisch angebauten Christbäumen.

Neben dem wachsenden Trend zu regional angebauten Bäumchen – 90 % der Österreicher_innen greifen aktuell schon zu  einem – gibt es auch die Option für biologisch Angebote Weihnachtsbäume. Bei diesen wird auf Chemikalien verzichtet. Im deutschen Gut Lindenfels kommen dafür Schafe zum Einsatz, die das Unkraut zwischen den Bäumen fressen und deren Geruch Ungeziefer fernhält.

Die Preisfrage
Auch hierzulande gibt es bereits einige Möglichkeiten, an einen ökologischen Christbaum zu kommen. Zum Beispiel beim ADAMAH Biohof in Niederösterreich. Dabei unterscheiden sich die Preise von herkömmlichen und Bio-Bäumen weniger als erwartet. Der Durchschnittspreis für einen Baum mit bis zu 2 m Höhe beträgt 24 35,60 €. Der Biobaum vom ADAMAH Biohof kostet im Vergleich dazu 45 € (exklusive Lieferkosten).

Signifikat teurer – aber auch immer beliebter – sind Living Trees, die von den Forstwirt_innen direkt im Topf angepflanzt wurden und Jahr für Jahr verwendet werden können. Wer den Baum über mehrere Jahre nutzen möchte und auch den Platz hat, diesen über den Rest des Jahres zu lagern, kommt mit dieser Alternative aber jedenfalls günstiger. Stadtbewohner_innen können einen lebenden Baum auch jährlich anmieten. (flb)

Kommentare  

#1 Karl Schuster 2018-12-11 09:59
Selbst wenn Pflanzenschutzm ittel in einem Christbaum gefunden werden, ist dies unbedenklich für die Gesundheit. Die Holzforschung Austria hat nämlich nachgewiesen, dass Pflanzenschutzm ittel in keinem Fall aus dem Baum ausgegast werden in geschlossenen Räumen. Auch auf der Oberfläche der Nadeln sind keine Pflanzenschutzm ittel vorhanden. Also völlig unbedenklich. Selbst wenn man den Baum aufessen würde (Mahlzeit), würden die Belastungen unter den Grenzwerten von Lebensmitteln bleiben.

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