Ende Dezember hat der WWF Österreich eine Beschwerde gemäß der Europäischen Holzhandelsverordnung EUTR eingebracht – es geht um die Verwicklungen heimischer Parketthersteller in Holz-Raubbau.

Die vom WWF eingebrachte Beschwerde zu den Vorwürfen richtet sich an das Bundesamt für Wald als zuständige Stelle für die Umsetzung der EU-Holzhandelsverordnung in Österreich. Foto: BMNT/Alexander Haiden

Die Naturschutzorganisation fordert das für die Kontrolle der Importeure zuständige Bundesamt für Wald auf, die sehr ernst zu nehmenden Vorwürfe umfassend zu prüfen: Die Addendum-Zeitung hatte berichtet, dass mehrere heimische Parketthersteller in den internationalen Holz-Raubbau in der Ukraine involviert sein sollen. „Das Bundesamt für Wald muss eine lückenlose Aufklärung gewährleisten und seine Kontrollen deutlich verstärken. Denn in Osteuropa leiden ganze Wälder und Ökosysteme unter illegalen Rodungen, vor allem die Ukraine ist seit Jahren als Hochrisikoland bekannt. Dennoch versagen Politik und Behörden bislang bei der Vollziehung von EU-Vorschriften“, so Hanna Simons, Leiterin Natur- und Umweltschutz beim WWF Österreich.

Laut Aussendung des WWF schreibt Addendum, dass die betroffenen Unternehmen Eichenholz aus dem „hochgradig korrupten ukrainischen Forstsystem“ beziehen würden, obwohl gegenüber Kunden mit „regionalem und nachhaltigem Holz“ geworben werde. Über einen Zeitraum von nur 18 Monaten landeten laut Bericht 436 LKW-Lieferungen aus der Ukraine im Wert von 35,9 Millionen US-Dollar bei den vier erwähnten Parkettherstellern Weitzer, Scheucher, Admonter und Parador. Der Investigativ-Bericht lege laut WWF nahe, „dass bei den in der Ukraine beschafften Holzprodukten illegales Holz zum Einsatz gekommen sein könnte und dass bei der Einfuhr in die EU die Anforderungen der ETUR nicht ausreichend berücksichtigt wurden.“

Die 2013 in Kraft getretene EU-Holzhandelsverordnung verbietet es, Holz und Holzerzeugnisse aus illegalem Einschlag in der EU in Verkehr zu bringen. Allerdings würden weniger als ein Prozent der relevanten Marktteilnehmer gemäß EUTR jährlich kontrolliert, so der WWF. „Sowohl das Umweltministerium als auch die zuständigen Behörden müssen ihre Zuschauerrolle aufgeben und endlich eine ‚Aktion scharf‘ starten.“, sagt Simons. „Gemessen an den verheerenden Folgen von Kahlschlägen reichen Schmalspur-Prüfungen und Placebo-Strafen in keinster Weise aus.“ (cst)

WWF Österreich 

EUTR – Bundesamt für Wald 

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