Rekordschnee, extreme Trockenheit und der heißeste Juni der Messgeschichte: Wetterextreme beeinflussten laut Waldbilanz der Österreichischen Bundesforste erneut das Waldjahr 2019 maßgeblich.

Die Aufarbeitung der Schneebruchschäden gestaltete sich laut ÖBf heuer sehr aufwändig. Foto: ÖBf-Archiv/Raphael Gabauer

„Der Klimawandel gönnt uns keine Verschnaufpause. Ein Jahr mit Wetterextremen folgt auf das nächste“, kommentiert Rudolf Freidhager, Vorstand der Österreichischen Bundesforste (ÖBf). Entsprechend falle die vorläufige Waldbilanz 2019 aus, so die ÖBf in einer Aussendung: Rund 80 % der gesamten Jahresmenge von etwa 1,4 Millionen Erntefestmetern seien heuer Schadholz, ein Großteil davon stammt von Schäden durch Stürme und Schneebruch. Dies entspricht einer Steigerung von 21 % im Vergleich zum Vorjahr, in dem ein Schadholzanteil von 66 % verzeichnet wurde.

Die niederschlagsarmen Sommermonate hätten außerdem den Borkenkäfer begünstigt - insbesondere in den Lagen nördlich der Donau waren hohe Käferraten zu beobachten, heißt es weiter. Durch Mehrkosten bei Käferprävention und Holzernte sowie Mindererlösen durch Schadholz rechnem die ÖBf heuer mit Klimawandelkosten von über 40 Millionen Euro, etwa ein Fünftel der Betriebsleistung. Gegenüber dem Vorjahr hätten sich die Klimawandelkosten fast verdoppelt, innerhalb von drei Jahren sogar nahezu verdreifacht.

Trotzden müssten die Investitionen in die Waldpflege fortgesetzt werden, um die Bestände klimafit zu machen und den Waldumbau voranzutreiben. 2020 seien daher Investitionen in der Höhe von rund 12 Millionen Euro für Waldpflege, Käferprävention und Schutzwälder geplant. Für jedes der 120 ÖBf-Forstreviere in ganz Österreich habe man neue Zukunftskonzepte erstellt und die Waldbewirtschaftung bis 2100 bereits an zukünftige Klimabedingungen angepasst: „Nach den letzten überdurchschnittlich warmen Jahren sind die Waldbestände mancherorts bereits geschwächt“, so Freidhager. Man wolle den eingeschlagenen Weg konsequent fortsetzen, um vitale Wälder zu erhalten: „Umbau zu arten- und strukturreichen Mischwäldern, die stabiler und solchen Wetterextremen besser gewachsen sind und der Fokus auf Baumarten, die mit Trockenheit und Stürmen besser zurechtkommen.“ (cst)

Österreichische Bundesforste 

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