Landauf landab kehrt das Leben auf die Baustellen zurück. Der Holzbau erweist sich als krisensicher.

Hartl-Haus
Hartl-Haus spürt eine große Nachfrage – und startete nach Ostern wieder die Produktion. Foto: Starmühler

Ja, man müsse schon dahinter sein, dass alle Mitarbeiter alle Schutzmaßnahmen einhalten, sagt Helmut Feuerstein, „ZimmerMeister“ aus Au in Vorarlberg. „Doch es geht gut voran und wir haben Arbeit bis in den Oktober hinein“. So wie Feuerstein geht es vielen Holzbau-Betrieben in Österreich, aber auch in Deutschland, der Schweiz oder Südtirol. Denn die Nachfrage hat nur eine kurze Corona-Pause gemacht. Feuerstein: „Die Leute wollen natürlich vor Ort sein, wenn es um das Bemustern geht“, oder wenn der Baufortschritt in Augenschein genommen werde. Ansonsten aber haben einige Mitarbeiter*innen aus dem Büro z.B. mit den Homeworking-Tools Erfahrungen gemacht.

Zwei Wochen Pause
Zwei Wochen musste nur pausiert werden, weil das die Behörden so vorgeschrieben haben. Nun geht es weiter. Ähnliches erfuhren wir auch bei der Zimmerei Kaspar Greber in Bezau. Aber auch in Wien berichtete uns Peter Krabbe vom Aufstockungs-Spezialisten Obenauf in Wien, dass die Arbeiten zwar umständlicher seien und nicht so produktiv, dass aber sozusagen die Maschine wieder voll angelaufen sei. Mittlerweile habe man sich an die Begleiterscheinungen wie social distancing, Maskenpflicht oder oftmaliges Desinfizieren gewöhnt.

Fertighaus könnte profitieren
Wenig in Mitleidenschaft gezogen wurden auch die Fertighaus-Hersteller, denn die Produktion ist mittlerweile meistens hochradig automatisiert, sodass die Abstandsregeln keine Herausforderung darstellen. Dennoch hat man zum Beispiel bei Hartl-Haus im niederösterreichischen Echsenbach vier Wochen pausiert. Eine Woche wurde als Urlaub eingeschoben der Rest im Kurzarbeitsmodell. Direktor Yves Suter: „Das hilft uns natürlich, aber der Bürokratismus war und ist enorm.“ Nun, nach Ostern, ist man bei Hartl wieder fleissig am Produzieren, die Kapazität wird auf 50-70% hochgefahren. Auch während des Produktionsstopps ging ja das Geschäft weiter, auch Abschlüsse konnten getätigt werden. Insgesamt rechnet man mit einem guten Jahr, denn die Nachfrage ist sehr gut und liegt in manchen Bereichen des Portfolios 20 - 50 % über dem vergangenen Jahr. 2020 könnte somit erfolgreich werden? „Ja, aber Sie müssen so einen coronabedingten Ausfall in der Bilanz erst einmal unterbringen“, relativiert Hartl-Haus-Geschäftsführer Yves Suter.

Quellen/Firmen:
www.holzbau-feuerstein.com
www.kaspargreber.at
https://www.hartlhaus.at

 (hst)

 

 

 

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