Ein deutsches Forschungsteam untersucht erstmals, ob es einen Zusammenhang zwischen dem in Ställen verbauten Material und der Tiergesundheit gibt.

Räume mit hohem Holzanteil haben nachweislich einen positiven Einfluss auf das Wohlbefinden des Menschen – doch gilt das bei Hühnern genauso? Foto: © HNEE/ Frederic Schweizer

In Hühnerställen wird Holz vor allem zum Bau von Sitzstangen eingesetzt, der überwiegende Teil der Haltungseinrichtungen besteht mittlerweile aus Kunststoff und Metall: „Oft wird angeführt, dass Holz schlechter zu reinigen ist, schneller verschleißt und daher öfter ausgetauscht werden muss. Zusätzlich sind Kunststoffe und Metalle mittlerweile günstiger in der Fertigung und im Einkauf“, so Anja Kampe, Mitglied des Forschungsteams an der deutschen Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE).

In diesem Zusammenhang sollen nun verschiedene native Holzarten und Holz-Modifikationen miteinander auf ihre Beständigkeit überprüft und neue Konstruktionen und ökologische Beschichtungen untersucht werden. Auch der Einsatz von alternativen biobasierten Rohstoffen in festen und mobilen Hühnerställen an exemplarischen Stallkomponenten wird erforscht. „Bei den Beschichtungen wollen wir schauen, ob sich beispielsweise die Reinigungsmöglichkeit von Holz verbessern lässt“, meint Kampe. Berücksichtigt wird auch, ob eine Holzart eventuell gegen Parasiten hilft, ähnlich wie Zedernholz gegen Motten.

Ziel des Projekts ist eine Verbesserung des Tierwohls von Hühnern und anderem Geflügel durch gezielte Substitution von erdölbasierten Materialien durch biobasierte-nachwachsende Rohstoffe. Das HNEE-Team erhofft sich, dass - zusätzlich zur Verbesserung des Tierwohls - auch ein Beitrag für das Klima geleistet werden kann, wenn wieder mehr Stalleinrichtungen aus Holz gebaut werden. (cst)

Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde

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