Häuseraufstockungen in Städten könnten für den Baustoff Holz der Einstieg in den Mehrfamilienhausbau sein, sagt Strategieberater Andreas Kreutzer. Er war kürzlich einer der Referenten bei einer Veranstaltung des Möbel- und Holzbauclusters und der IG Passivhaus in Wels.

Der Nischenmarkt sei mit nur rund 2.500 Aufstockungen in den letzten 10 Jahren zwar klein, als Türöffner für den Mehrfamilienhausbau aber gut geeignet, meinte Kreutzer.

Bei einem Holzausbau könnten sich Bauherren erstmalig von den Vorteilen des Werkstoffes überzeugen. Zum einen seien die Bauzeiten deutlich kürzer als bei Beton- oder Ziegelbauten, weil der Großteil der Aufbauarbeiten bereits in der Fabrik abgewickelt werden könne. Zum anderen sei Holz wesentlich leichter, was vor allem bei Aufstockungen ein Vorteil sei.

Holzaufstockungen werden auch deshalb immer beliebter, weil sie eine sinnvolle Möglichkeit darstellen, städtische Räume zu verdichten und zusätzliche Wohnungen zu schaffen. Laut Kreutzer, der auch die generellen Faktoren des Wohnbaus in Österreich untersucht hat, sei die Einwohnerzahl in Österreich seit 1970 um 900.000 Personen gestiegen.

Das Land sei aber auch mit sinkenden Haushaltsgrößen konfrontiert. Lebten 1970 noch durchschnittlich 2,88 Personen in einem Haushalt, sind es heute nur noch 2,23. „Das hört sich zwar nicht dramatisch an. Wäre die Haushaltsgröße aber über die Jahre gleich geblieben, gebe es heute nicht 950.000 Hauptwohnsitze mehr, sondern nur 350.000“, so Kreutzer. Ergebnis: Vor allem in Städten wird der Wohnraum knapp, wenn keine alternativen Konzepte für den Wohnungsbau gefunden werden.

Probleme bei der Umsetzung der Aufstockungen bereitet derzeit aber noch die in den neun Bundesländern unterschiedliche und komplizierte Gesetzeslage. Wer etwa ein bestehendes Gebäude mit einem Stockwerk aus Holz erweitern möchte, kann unter Umständen in die nächste Gebäudekategorie rutschen. Und das kann strengere Brandschutzbestimmungen bedeuten und dadurch höhere Kosten verursachen.

Hintergrund: IG Passivhaus Wels
Foto: Conwert+/Griffner

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