Viele alltägliche Produkte wie etwa Hautcremes oder Lacke enthalten synthetische UV-Blocker. Die Firma Lignovations, ein Spin-off der TU Wien, entwickelt biobasierte Alternativen mit kolloidalem Lignin – u. a. für herkömmliche Sonnencremen.

Der Schlüssel zu einer sauberen Sonnenschutzcreme könnte Lignin sein. Foto: Pixabay

Lignin gehört zu den häufigsten organischen Verbindungen überhaupt. Es ist ein Biopolymer, das in die Zellwände von Pflanzen eingelagert wird und eine Verholzung bewirkt. Aus technischen und wirtschaftlichen Gründen wird das Material heute aber stofflich kaum genützt und meist nur zur Energiegewinnung in der Papier- und Zellstoffindustrie verbrannt. Das Tullner Start-up Lignovations möchte das ändern und dank eines neu entwickelten Verfahrens den bisherigen „Abfallstoff“ für neue Aufgaben einsetzen, für die man bisher synthetische Substanzen benötigt hat – etwa in der Kosmetikindustrie, für Lacke oder Verpackungsmaterial. Im Gegensatz zu vielen synthetischen Substanzen, die heute verwendet werden, ist Lignin nachhaltig, biologisch vollständig abbaubar sowie ökologisch und auch für den Menschen unbedenklich. Gewinnen kann man das Lignin aus biologischen Reststoffen, wie z. B. Sägemehl oder auch Weizenstroh.

Gesund und umweltfreundlich
Bedenkliche Stoffe in herkömmlichen Sonnencremen beeinträchtigen Mensch und Umwelt wie z. B. die sensiblen Korallenriffe in den Ozeanen. Denn: Jeder Sonnencreme werden Substanzen beigemischt, die UV-Strahlung absorbieren, reflektieren oder streuen. Dabei handelt es sich um Chemikalien, die teilweise auf Produkten der Erdölindustrie basieren. Ein ähnlicher Effekt lässt sich aber auch mit kolloidalen Partikeln aus Lignin erzeugen. „Unsere Lignin-Partikel sind umwelttechnisch unbedenklich, sie sind auch für den Menschen gesünder. Sie haben antioxidative Eigenschaften, dadurch können sie vorzeitiger Hautalterung vorbeugen. Sogar antimikrobiell wirken diese Partikel – sie vereinen also gleich mehrere sehr positive Eigenschaften“, sagt Stefan Beisl, Leiter F&E von Lignovations. Geschäftsführer Martin Miltner ergänzt: „Lignin Partikel könnten eine zentrale Rolle dabei spielen, unsere Wirtschaft umzustellen, von einer ölbasierten Wirtschaft auf eine biobasierte Wirtschaft.“

Marktreife 2023
Wie sich die Partikel herstellen und verwenden lassen, konnte im Forschungsprojekt bereits gezeigt werden. Nun geht es darum, das Verfahren vom Pilotmaßstab auf industriellen Maßstab hochzuskalieren und die Anwendungen, wie Sonnencremen und Lacke, mit Firmenpartnern zur Marktreife zu bringen. „Ehrgeiziges Ziel ist es, im Jahr 2023 ligninhaltige Endprodukte im Geschäft kaufen zu können“, erklärt Angela Miltner, COO von Lignovations.
Für die umweltschonenden und sauberen Anwendungen von Lignin wurde Lignovations von der Start-Up-Initiative Green Start des österreichischen Klima- und Energiefonds als eines von drei Gewinnerprojekten ausgezeichnet.

Die Köpfe hinter Lignovations (v. l. n. r.): Martin Miltner (CEO, CTO), Angela Miltner (COO) und Stefan Beisl (Leiter F&E). Foto: TU Wien/ Lignovations

 

www.lignovations.com

www.tuwien.at

www.fm4.orf.at  

Kommentare  

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