Der Preis für Nadelrundholz scheint, sich im Juni stabilisiert zu haben.

Waldarbeiter
Waldarbeit bringt Ertrag, die Rundholzpreise bleiben hoch. Foto: Herbert Starmühler

Privater Konsum, Industrieproduktion sowie gute Exportmöglichkeiten haben die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal 2022, im Vergleich zum Vorquartal, steigen lassen. So fasst die Lanwirtschaftskammer Österreich die Situation zusammen: „Aktuelle Wirtschaftskennzahlen deuten jedoch auf eine Eintrübung der Konjunktur hin. Die Regierung versucht dieser Entwicklung durch ein Milliarden schweres Entlastungspaket entgegenzuwirken.“

Die Unsicherheit über Bautätigkeit, zunehmende Auflagen (Stichwort: 20 Prozent Eigenmittel) und Inflationsängste treiben die Holzpreise derzeit – seitwärts.

Leichter Rückgang in Kärnten 

Hier die Junipreis-Meldung der Landwirtschaftskammer Österreich: Die Standorte der österreichischen Sägeindustrie sind überwiegend gut mit Nadelsägerundholz bevorratet. Bereitgestellte Mengen werden rasch abtransportiert, regionale Engpässe bei Frachtkapazitäten haben sich entspannt. Auch wenn zu Beginn des Monats noch durchgehend Preissteigerungen realisiert werden konnten, wurden in Kärnten aufgrund der hohen Anlieferung die Preisspitzen aktuell bereits wieder gekappt.

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Die Rundholzpreise in den ersten Monaten haben Rekordniveau. Das zeigt auch die Datenlage der Statistik Austria (deren Aufzeichnungen jeweils 2 Monate früher enden, als die Einschätzungen der LKO).

Hohe Nachfrage nach Lärche

Das Preisband für das Leitsortiment Fichte A/C, 2b erstreckt sich von € 115,- bis € 136,- je FMO. Bei Kiefer haben sich die Preise weiter gefestigt. Lärche wird, auch aufgrund geringerer bzw. fehlender Importe, bei gestiegenen Preisen nach wie vor sehr rege nachgefragt.
 
Seitens der Papier-, Zellstoff- und Plattenindustrie wird weiterhin volle Aufnahmefähigkeit für heimisches Nadelindustrierundholz signalisiert. In Kombination mit rückläufigem Anfall von Sägenebenprodukten ist die Nachfrage nicht nur nach Faserholz, sondern auch nach Schleifholz rege. Die Abfuhr und Übernahme bereitgestellter Mengen erfolgt ohne relevanter Verzögerung. Die Preise haben sich ebenfalls gefestigt. Bei Rotbuchenfaserholz sind regional die Preise gestiegen, woraus eine verstärkte Nachfrage abgeleitet werden kann. 
 
Energieholz stärker nachgefragt

Die durch den Angriffskrieg Russlands mitverursachte massive Kostensteigerung bei fossilen Energieträgern hat auch die Nachfrage nach Energieholz beflügelt. Nach Jahren niedriger und stagnierender Preise haben sich diese nun deutlich erholt. Alle Sortimente sind rege nachgefragt, ein entsprechender Lageraufbau sollte vorgenommen werden.
 
Borkenkäfer in den Startlöchern

Auch wenn die Witterung die Entwicklung der Borkenkäfer etwas verzögert hat, werden derzeit bereits Geschwisterbruten angelegt. Daher wird dringend empfohlen, die Bestände wöchentlich zu kontrollieren und frisch befallene Bäume rasch zu ernten und aus dem Bestand zu entfernen.
 
Alle angegebenen Preise beziehen sich auf Geschäftsfälle im Zeitraum Mai – Anfang Juni 2022 und sind Nettopreise, zu denen die Umsatzsteuer zuzurechnen ist. Für den Holzverkauf an Unternehmer gelten folgende Steuersätze: bei Umsatzsteuerpauschalierung für alle Sortimente 13 %, bei Regelbesteuerung sind für Energieholz/Brennholz 13 % und für Rundholz 20 % anzuwenden.

(hst)

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