Rundholzpreise fallen, Energieholz-Preise ziehen merklich an.

Holz heizen, wenn kein Gas mehr durch die Leitung kommt – das wollen viele und die Preise steigen. Foto: Herbert Starmühler

Die Österreichische Landwirtschaftskammer schreibt in ihrem Holzmarktbericht Juli 2022: „Die Bauwirtschaft schwächelt merkbar. Der Absatz von Bauprodukten aus Holz und Schnittholz haben deutlich nachgelassen. Die Sägeindustrie ist auch aufgrund einer starken Anlieferung im 2. Quartal ausreichend mit Nadelsägerundholz bevorratet. Dementsprechend gering ist derzeit die Nachfrage.

Über die Sommermonate angekündigte längere Betriebsurlaube und Revisionsstillstände zur Marktstabilisierung dämpfen die Nachfrage zusätzlich. Der Preis für das Leitsortiment Fichte, A/B, 2b wurde um bis zu € 15,- je FMO abgesenkt. Die Unwetter in Kärnten haben auch Schäden im Wald verursacht, die Mengen sind überschaubar. In Kombination mit verstärktem Käferholzanfall in Oberkärnten und Osttirol ist der Rundholzmarkt in dieser Region jedoch unter Druck.“

Krieg, COVID-19 und Lieferkrise als Ursachen

Grund für die „schwächelnde Bauwirtschaft“ seien Nachwirkungen der COVID-19-Krise, der Angriffskrieg Russlands, anhaltende Unterbrechung der Lieferketten, steigende Verbraucherpreise sowie Straffung der Geldpolitik der Zentralbanken dämpfen die globale wirtschaftliche Entwicklung. Im Vergleich zu anderen Volkswirtschaften wird für Österreich ein geringerer Rückgang prognostiziert, da die Konjunkturabschwächung im Industriebereich durch die positive Entwicklung der Tourismuswirtschaft teilweise kompensiert wird.

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Die Schwachholzpreise ziehen an, es gibt zu wenig Abfall aus der Sägeproduktion. Grafik: lk0, Statistik Austria, 

Nachfrage nach Industrieholz erhöht

Der verringerte Einschnitt der Sägeindustrie lässt das Angebot an Sägenebenprodukten sinken. Die Nachfrage nach Nadelindustrierundholz ist daher rege. Bereitgestellte Mengen werden rasch abtransportiert und übernommen. Die Preise haben zulegen können bzw. sich weiter gefestigt. Rotbuchenfaserholz ist ebenfalls rege nachgefragt, auch hier haben Preissteigerungen stattgefunden. Eschenfaserholz ist bei verschiedenen Abnehmern problemlos abzusetzen.

Brennholzpreis steigt „den Marktgesetzen folgend“

Europa befindet sich in einer Energiekrise. Geringere Verfügbarkeit und massiv gestiegene Preise bei fossil basierten Produkten führen zu einer lebhaften Nachfrage auch bei allen Energieholzsortimenten. Den Marktgesetzen folgend konnten die Preise zulegen. Bei Qualitätsbrennholz, das aufgrund der Trocknungsdauer eine Vorlaufzeit von bis zu 2 Jahren aufweist, übersteigt die sprunghaft gestiegene Nachfrage das Angebot deutlich. Dass sich Kunden über den eigenen Jahresbedarf hinausgehend mit Brennholz eindecken, verschärft den Nachfrageüberhang zusätzlich. Durch den Umstieg von Gas- und Ölheizungen auf Holzkessel wird eine zusätzliche Nachfrage entstehen.

Der Festmeter Buchenbrennholz, getrocknet und zugestellt im Raum Wien kostete für die Endkunden vor drei Jahren noch 90 bis 100 Euro, nun sind 135 Euro zu bezahlen – wenn man noch Ware bekommt. 

Die Energiepreise werden hoch bleiben

Bei entsprechender Lagerung wird mit Energieholz ein unverderbliches Gut erzeugt. Die allgemeinen Energiepreise werden hoch bleiben und der Bedarf an Energieholzsortimenten weiter steigen. Es wird daher ausdrücklich empfohlen, freie Kapazitäten verstärkt in die Waldpflege und Energieholzproduktion zu lenken. Diesbezüglich können auch Fördermittel in Anspruch genommen werden.

Die aktuelle Witterung kann zu einer Verschärfung der Borkenkäfersituation führen. Es wird von der Landwirtschaftskammer empfohlen, die Kontrolle anfälliger Bestände zu intensivieren und die Aufarbeitung sehr zeitnah durchzuführen, um den Holzanfall in den kommenden Monaten zu minimieren.

Anmerkung: Alle angegebenen Preise beziehen sich auf Geschäftsfälle im Zeitraum Juni – Anfang Juli 2022 und sind Nettopreise, zu denen die Umsatzsteuer zuzurechnen ist. Für den Holzverkauf an Unternehmer gelten folgende Steuersätze: bei Umsatzsteuerpauschalierung für alle Sortimente 13 %, bei Regelbesteuerung sind für Energieholz/Brennholz 13 % und für Rundholz 20 % anzuwenden.

(hst)

Kommentare  

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