Tirols Holzindustrie ist von den Krisen in Japan und Nordafrika direkt betroffen. Die Exporte gehen zurück, die Holzindustrie fordert eine Reduktion der Rundholzpreise.

Durchaus erfreulich verliefen die ersten Monate des Jahres 2011 für die Tiroler Holzwirtschaft. Doch ist die stark exportorientierte Holzwirtschaft laut Helmut Troger, Obmann der Fachgruppe Holzindustrie, als einer der wenigen Tiroler Wirtschaftssektoren, direkt von den Entwicklungen in den Krisengebieten Japan und Nordafrika betroffen. Er führt das Beispiel Libyen an: Dort wurden im vergangenen Jahr noch 1,1 Millionen Kubikmeter Schnittholz abgesetzt. „Wie sich der Markt dort entwickelt ist für uns überhaupt noch nicht abzusehen“, meint Troger. Bedingt durch die Überschwemmungen und die Atomkatastrophe werde sich auch der japanische Markt in den kommenden Monaten ebenfalls als sehr schwierig erweisen.

Auch im Hauptmarkt Italien ist nicht alles eitel Wonne. „In Italien mit einem jährlichen Holzabsatz von rund 3,5 Mio. Kubikmetern kommt der Baumarkt ebenfalls nur zögernd in Schwung“, sagt Troger und verweist auf die sich daraus ergebende verhaltene Nachfrage.

Wie sich angesichts der Ereignisse der letzten Monate herausstellt, sind laut Troger die von der Sägebranche optimistisch erwarteten Markt- und Absatzpreisentwicklungen nur sehr abgeschwächt eingetreten. „Trotz Anpassungen bei den Einschnittkapazitäten an die Marktbedürfnisse konnten die für die derzeitigen Rundholzpreise notwendigen Schnittholzpreissteigerungen in den vergangenen Wochen kaum umgesetzt werden.“ Er warnt vor einer weiteren Verteuerung von Rundholz. Diese würden die Märkte nicht mehr verkraften: „Denn so ist positives Wirtschaften nicht möglich.“ Im Gegenteil: „Um zumindest halbwegs wirtschaften zu können, wird eine leichte Rundholzpreiskorrektur nach unten notwendig werden“, so die Meinung der Säger.

Die Forstwirtschaft und die Sägeindustrie würden in einem Boot sitzen: Geht es der Holzwirtschaft gut, dann geht es auch der Forstwirtschaft gut. In schwierigen Zeiten sei daher die Zusammenarbeit umso wichtiger. Für den Sprecher der Tiroler Holzindustrie steht deshalb fest: „Im Vordergrund sollte die kontinuierliche Versorgung der Tiroler Sägeindustrie mit Holz stehen, auch bei leicht angepassten Rundholzpreisen. Und diese liegen auch dann noch beträchtlich über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres.“

Quelle: tt.com

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