Der weltweit bisher größte Kongress zum Thema "energieeffizientes Bauen" fand an diesem Wochenende in Innsbruck statt. Von den 1200 Teilnehmern reiste mehr als die Hälfte aus dem nicht deutschsprachigen Raum zur 15. Passivhaustagung an. Ein reichhaltiges Vortrags- uns Ausstellerprogramm garantierte einen Erfahrungsaustausch von bisher unerreichter Dimension.



Das Vortragsprogramm gab einen eindrucksvollen Überblick über die derzeitig rasante Weiterentwicklung der Passivbauweise.
Das Passivhaus in den Regionen steht im Mittelpunkt der 15. Internationalen Passivhaustagung. Das globale Konzept einerseits und die lokalen Bautraditionen mit den klimatischen und sozialen Randbedingungen andererseits stellen die Herausforderungen dar, die kreative Lösungen stimulieren und Mehrwert für alle schaffen.

Weltweite Umsetzung
So wurden einerseits Wege gezeigt, Passivhauspotenziale für regionaltypische, ländliche Architektur zu erschließen - andererseits ging man auf die global völlig unterschiedlichen Rahmenbedingungen ein. Als Referenzbeispiele für typische Klimazonen wurden konkrete Entwürfe für Jekaterinburg, Tokio, Las Vegas und Dubai entwickelt.

Standard in Europa
Dominiert wurde aber die Passivhaustagung wie stets von der Analyse praktischer Beispiele mit Vorbildfunktion - vom einzelnen Gebäude bis hin zum kompletten Stadtteil (Heidelberg Bahnstadt.  Viele europäische Städte wie z.B. Brüssel haben unlängst den verpflichtenden Passivhausstandard für öffentliche Neubauten beschlossen - eine große Herausforderung wird daher die entsprechende Weiterbildung von Planern und ausführendem Gewerbe. "Die Qualifizierung des Handwerkers ist entscheidend für die Umsetzung des energieeffizienten Bauens. Von seiner Fachkompetenz hängt der Erfolg eines Neubaus im Passivhaus-Standard oder auch einer Sanierung mit Passivhaus-Komponenten ab" so Wolfgang Feist, Leiter des Passivhaus Instituts. Der erste Tag bot deshalb auch erstmals ein Handwerker-Forum an.

Weiterbildung fördern?
Für Martin Ploss vom Energieinstitut Vorarlberg ist die Weiterbildung auch durchaus eine Frage mit politischen Dimensionen: "Für mich wäre es durchaus vorstellbar, dass 5% der Wohnbauförderung in die Schulung der entsprechenden Branchen fließt. Derzeit haben wir leider zu wenig sehr gute Architekten und Haustechniker - eine Schulung bedeutet Kosten UND Verdienstentgang, daher wird sie nicht im nötigen Maße wahrgenommen."  Auf Nachfrage von energie:bau erteilte Tirols Landeshauptmann Stellvertreter Hannes Gschwentner diesem Vorschlag eine Absage: "Die Wohnbauförderung ist dazu da, um Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Wer sich als Betrieb dem neuen Standard nicht stellt, wird schlicht und einfach nicht überleben können."
Gschwentner betonte im Gespräch auch, dass er selbst einmal ein Passivhausskeptiker gewesen ist: "Mittlerweile bin ich durch die realisierten Projekte voll und ganz vom Passivhaus überzeugt. Außerdem macht es mich sehr stolz, dass diese richtungsweisende Tagung bei uns in Tirol stattfindet."

Foto: Scheurich

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