Special

Stefan Schautes, Wohnungsentwickler in Berlin, fordert die Architekten auf, nach Berlin zu kommen. Es gebe viel zu tun in der Hauptstadt und Know How sei willkommen. 

Stefan Schautes, HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft, Berlin, erklärt das Partnering-System für den Holzbau. Foto: Starmühler
Stefan Schautes, HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft, Berlin, erklärt das Partnering-System für den Holzbau. Foto: Starmühler

Zuerst aber nach England: Holz hat viel Potential, meinte Tobias Löw, Eurban London (UK), Er zeigte in Innsbruck eine Reihe von Projekten aus Großbrittanien – und damit auch die zunehmende Verbreitung des mehrgeschossigen Holzbaus auf der Insel. Mittlerweile ist die CLT-Bauweise auch dort ein Treiber der Entwicklung. Viele Mieter wüssten gar nicht, dass sie in einem Holzhaus wohnen – aber sie fühlen sich sehr wohl.

Berlin is calling
Stefan Schautes konnte mit einem Beispiel aus Berlin „kontern“ – aber mit deutlich kleineren Umfängen, wie er einschränkte (was gar nicht stimmte, Berlin gibt im Holzbau vergleichsweise viel Gas). Schautes kommt vom Wohnungsbauentwickler HOWOGE, der bereits ein Drittel der Wohnbauten in Holz realisiert. „Aber kommen Sie doch nach Berlin, hier gibt es noch viel im Holzbau zu  tun“ rief er das Publikum in Innsbruck auf.

91 Projekte werden derzeit angeschoben, denn pro Jahr muss die Gesellschaft 1.500 Wohnungen in Berlin übergeben. Und mindestens das Drittel in Holz soll es bleiben. Die Klimaziele nehme man ernst – und eine effiziente Hülle könne da der Holzbau liefern. Aber: Man sei in Berlin in punkto Architekten-Knwo How noch am Anfang. Nochmals rief Schautes daher die Architekten auf, nach Berlin zu kommen.

Frühes Einbinden der Architekten ist wichtig
Schautes, der selbst Architekt ist, muss wegen des starren Vergaberchtes Partner früh finden und einbinden, weil jegliche Umplanungen bzw. Änderungen der Ausschreibungen vermieden werden sollen. Das System von HOWOGE in der Zusammenarbeit mit dem Holzbau nennt sich Partnering. Und: Man hat Typenhäuser entwickelt (Punkt - Zeile - Ecke - Geschosse).

Typenhäuser werden für vier bis acht Geschosse ausgeschrieben. 600 Wohnungen pro Jahr werden damit in Holz gebaut. Bereits in Fertigstellung ist ein Bau von Kaden+Lager in Berlin mit 4 und 5 Stockwerken, weitere Projekte auch in Holz-Hybridbau.

Und entgegen zu Tobias Löw erfährt Stefan Schautes in Berlin ein deutliches Hinstreben zum Holzbau: „Viele reflektieren eindeutig auf IHRE Wohnung in Holz“.

Heilbronner Erfahrungen
Wolf-Dieter Sprenger (Stadtsiedlung Heilbronn) skizzierte die Erfahrungen in Heilbronn. Nördlich des Bahnhofs nutzte man die Chance, eine Stadt wieder aufzubauen. Im Rahmen der Bundesgartenschau öffnete sich ein window of opportunity: Man will eine Stadt neu erreichten und hat eine Maßstäblichkeit, die dem Menschen entspricht.

24 Grundstücke wurden ausgelobt, 80 Bewerbungen kamen rein, die Nutzungen, Fassaden, Energiethemen genau beschreiben mussten. 95 Mietwohnungen wurden gebaut, KINJA heißt ein Kinderhaus in Holzhybridbauweise, das Highlight ist der 10-Geschosser SKAIO, das einen deutsxchen Höhenrekord markiert.

„Treppenhaus light" für bis zu zwei Stockwerken wie in Berlin ist in Baden-Würtemberg nicht zulässig, der Brandüberschlag wurde also hier nach einigem Überlegen mittels Hochdrucksprinkleranlage gelöst. Eine große Herausforderung war der Fertigstellungstermin (was – klar  nur mittels Holzbau zu lösen war.)

Waschmaschine und Bohrer teilen
Eine Dachterrasse, in der Parties gefeiert werden, Gemeinschaftsräume, in denen z.B. die Waschmaschine betätigt werden kann. Nicht 12 Euro Kaltmiete, sondern 8,30 Euro sind damit möglich. Wohnen ohne derartige Sharingmodelle sei überkommen. „Das ist gefühlte Steinzeit", sagte Wolf-Dieter Sprenger, und brachte das Beispiel der Bohrmaschine, die die meiste Zeit unbenützt im Schrank lagere.

(hst)

 

 

 

 

 

wettbewerbe grafik sidebar
 
Wir verwenden Cookies, um unsere Webseite benutzerfreundlicher zu gestalten. Wenn Sie diese Webseite nutzen, akzeptieren Sie die Verwendung von Cookies.