Ein Pariser Kreativduo weckte vergangenes Jahr ein denkmalgeschütztes Pferdegestüt aus dem Dornröschenschlaf. Der Bau drohte zu verfallen, aber hat durch den Umbau eine neue Bestimmung gefunden.
Im 13 Meter hohen Dachstuhl speisen die Gäste bei Drei-Sternekoch Marc Haeberlin.


Trotz Nähe zum Stadtzentrum von Straßburg herrscht auf dem Hof Les Haras eine ländliche Ruhe. Die rötlich-grauen Ziegel passen sich je nach Sonnen-Stimmung an die umliegende Landschaft an. Der Besucher wird schon bei der ersten Begegnung mit dem Gebäude in den Bann gezogen. So ging es auch dem Initiator des Sanierungsprojekts. Jacques Marescaux, der Direktor des nahe gelegenen Krebsforschungsinstituts, ging jeden Tag an dem seit 2005 leer stehendem Hof vorbei und konnte den Verfall nicht länger mit ansehen. In einer aufwendigen Sanierung weckten die ansässigen Architekten Denu und Paradon den unter Denkmalschutz stehenden Bau wieder zum Leben. Im 18. Jahrhundert wurde das Gestüt in einer U-Form erbaut und im vergangenen Jahr durch einen Anbau zu einem Vierkanthof umgewandelt. Geblieben sind der Charme und die spürbare Geschichte des Backsteingebäudes.


Im Inneren hat sich das Pariser Kreativduo Patrick Jouin und Sanjit Manku verwirklicht. Der ehemalige Hauptstall ist heute Eingangs-, Rezeptions- und Lounge-Bereich. Besonders auffallend ist die unübersehbare Wendeltreppe in der Mitte des Raums. Die überdimensionale Holzkonstruktion führt auf den Heuboden, welcher heute die Brasserie ist. Im 13 Meter hohen Dachstuhl speisen die Gäste bei Drei-Sternekoch Marc Haeberlin. Die ehemalige Logierhalle des Hofs wird für Forschungszwecke von unterschiedlichen Unternehmen angemietet. Die übrigen Räumlichkeiten des Gestüts beherbergen die Gästeräume.
 
Alle Möbel und das Interieur sind eigens für das Hotel Les Haras entworfen. Natürliche Farben, wie braun, beige, weiß und grau, treffen vorrangig auf natürliche Materialien, wie Holz und Leder. Aber auch Stahl und Zink sind in den Möbel und Treppen-Konstruktionen verarbeitet. Die Architekten lassen die Gäste durchgängig die ursprüngliche Bestimmung des Hofs spüren. Mit Leder überzogene Hocker erinnern an Reitsattel und die Vorhangzieher sind aus geflochtenem Pferdehaar. Die frei gelegten Balken im Dachgiebel verbreiten zusätzliche Stall-Stimmung. Einzig der Geruch ist anders. Es duftet nach edlen Hölzern gepaart mit Landluft und frischen Gräsern.

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