Kurz vor der internationalen Möbelmesse imm cologne, die vom 19. bis 25. Januar 2015 in Köln stattfindet, ermittelt die Österreichische Möbelindustrie die Einrichtungs-Trends. Wie werden wir 2015 wohnen?
Der Chaiselongue Botanic von JOKA-WERKE, Johann Kapsamer GmbH & Co KG.

Die Entwicklungen, die unsere Gesellschaft prägen, spiegeln sich auch in  Wohnansprüchen und Einrichtungswünschen wider. Einen Ausblick, wie wir 2015 wohnen werden, gibt die internationale Möbelmesse imm cologne, die vom 19.-25. Januar in Köln stattfindet. Auch Mitgliedsfirmen der Österreichischen Möbelindustrie präsentieren hier wieder aktuelle Einrichtungstrends – mit feinem Gespür für Formen, Farben und Materialien.
 
Neue Gemütlichkeit
Bei all der Schnelligkeit und Hektik, die unsere Gegenwart prägen, sehnen wir uns nach Zeit und Raum für Ruhe und Ausgleich. Das Zuhause gewinnt als ein Ort des Rückzugs noch an Bedeutung, als ein Gegenpol zum stressigen (Büro-)Alltag. Diesen Ort will man sich so behaglich wie möglich gestalten – drinnen wie draußen. Ob Lounge-Sessel, Sofa-Landschaften mit vielen Kissen oder kuschelige Relaxinseln im Wohnzimmer, eine heimelige Sitzecke in der Küche, das Boxspring-Bett im Schlafzimmer, die Wellness-Oase im Bad oder die outdoortaugliche Liege auf dem Balkon – Gemütlichkeit und Well-Being werden als neuer Stil inszeniert. Jeder Raum kann zur Entspannungszone werden. Dabei verschmelzen die Wohnbereiche immer mehr und die strikte Trennung nach Funktionen löst sich auf.
 
Lebensmittelpunkt Küche
Vor allem die Küche avanciert hier zum Lebensmittelpunkt, an dem Familie und Freunde zusammen kommen. In ihr wird nicht nur gekocht und gegessen, sondern auch beisammen gesessen, geredet, Musik gehört oder die Hausaufgaben werden hier gemacht. Daher spielen Materialien, Farben und auch die richtige Beleuchtung eine wichtige Rolle. Es geht um das Gesamtkonzept, um die Küche als Lebensraum, in dem man sich wie in einem Wohnzimmer wohlfühlt. Natürlich spielt nach wie vor auch das Kochen eine Rolle –mit Familie oder Freunden als Gemeinschaftsevent. Höchsten Komfort schenken technische Features wie höhenverstellbare Arbeitsplatten, Ordnungssysteme oder Soundmodule, die das Arbeiten erleichtern und die Küche zu einem Wohlfühlort machen. Dazu gehört auch das richtige Design. Bei den Materialien sieht man unter anderem Naturholz, Keramik, Stein oder auch Leder. In der Farbgestaltung kommen nach wie vor dezente Weiß-, Grau- oder Beigetöne zum Einsatz, die sich jedoch ab und an mit leuchtenden Tönen wie Grün oder Blau verbinden.

Team7 präsentiert auf der imm cologne u.a. die Linee Inselplatte.


Individueller Wohnstil
Das Möbelangebot ist mittlerweile so vielfältig, dass es kaum noch standardisierte Einrichtungen gibt. Individualität ist Trend. Das zeigt sich zum einen in Möbeln, die immer mehr auf die persönlichen Bedürfnisse abgestimmt sind und bezüglich Abmessungen, Farbe, Funktionalität, Material oder Oberfläche konfigurierbar oder erweiterbar sind. Im Hinblick auf den Wohnstil heißt es: In ist, was gefällt. Im Stil drückt sich die eigene Persönlichkeit aus, hier findet das wahre Leben statt. Es wird frei kombiniert, die Stile, Materialien und Farben werden gemixt. Sogar innerhalb einer Einrichtungsgruppe, wie z.B. dem Essplatz mit Tisch und unterschiedlich designten Stühlen, bietet sich dafür Spielraum. Eyecatcher-Solitäre setzen Akzente. Je nach Jahreszeit und Geschmack zusammengestellte variable Accessoires wie Vasen oder Bilder, Textilien wie Kissen oder Teppiche ergänzen das Mobiliar.
 
Natürlich und langlebig
Die zunehmende Digitalisierung führt zu einem verstärkten Bedürfnis nach dem Echten, nach Natur und Ursprünglichkeit. Vor allem zu Hause will man sich mit Dingen umgeben, die authentisch sind, die eine Geschichte erzählen. Warme, natürliche Materialien, die man gerne fühlt, die lebendig sind und die Seele berühren. Es wird gerne unbehandeltes Holz gezeigt, dick gegerbtes Leder oder Textilien aus edler Wolle und Seide, zudem Glas oder Keramik. Neben Materialien holen auch Farben wie Grün oder Braun in verschiedenen Schattierungen die Natur ins Haus. Der Trend zum natürlichen Wohnen geht einher mit dem Wunsch nach Qualität und Langlebigkeit. Billigprodukte, die oft nur eine Saison halten, sind out. Gefragt sind Möbel, die hochwertig verarbeitet wurden und über viele Jahre Freude schenken. Vielfach ist auch Handwerkskunst sichtbar: Oft kleine, aber feine Details, die von der Sorgfalt der Menschen zeugen, die mit Herzblut an dem Möbel gearbeitet haben. Solche Produkte werden oft zu Lieblingsstücken, willkommene Begleiter für eine lange Zeit.
 
Technik und Komfort
Natur und Technik – ein Gegensatz? – Mitnichten. Technischer Fortschritt prägt nun einmal unsere Zeit, und auch im Einrichtungsbereich gewinnt er an Bedeutung. Neue Technologien werden allerdings so ins Interieur integriert, dass der Wohnkomfort erhöht, die Ästhetik jedoch nicht gestört wird: dezent und unauffällig. Insgesamt geht die Entwicklung dahin, verschiedene Geräte innerhalb der Bereiche Essen, Wohnen oder Schlafen mit dem Internet zu verbinden um sie so per Smartphone zu steuern. Sofas und andere Polstermöbel präsentieren sich 2015 zudem mit vielen erweiterten Funktionen, die Entspannung pur garantieren.

Beispiel TV-Elemente und Home-Entertainment:
Fernseher und Home-Entertainment-Systeme können heute intelligent mit weiteren Medien wie Spielekonsole, i-Pad oder apple TV vernetzt werden. Die Geräte finden z.B. innerhalb eines Korpus Platz und werden hier elegant und unsichtbar mit dem Fernseher verkabelt bzw. über W-LAN oder Bluetooth verbunden. Großzügige Klappen unterhalb des Fernsehers erlauben Zugang zu allen Schnittstellen, beispielsweise um Urlaubsfotos von der Digicam spontan über den Bildschirm als Diashow zu präsentieren.

Beispiel Home Office:
Für die Einbindung der Büroarbeit in den Wohnalltag sind gut durchdachte Detaillösungen gefragt. Technische Geräte und Kabel können komfortabel und bei Nichtgebrauch unsichtbar verstaut werden. Möbel mit intelligenten Details wie Kabelschlitzen und Einlegefächern integrieren bequem Ladestationen für das Handy, die Kamera oder den mp3-Player.

Beispiel Licht:
Immer mehr Wohnungen verfügen über ein individuell steuerbares Lichtsystem, das je nach Bedarf gezielt Effekte setzt. Bewegungsmelder können Personen erfassen, sobald sie den Raum betreten und das Licht wieder ausschalten, wenn niemand anwesend ist – und helfen so Energie zu sparen. Auch elektrische Geräte  und Haustechnik lassen sich innerhalb eines solchen SmartHomes miteinander vernetzen.

Beispiel Sofa und Sessel:
Sofas lassen sich Dank zeitgemäßer Technik und Auszugsmechanismen sekundenschnell in bequeme Längs- oder Querschläferbetten verwandeln und halten verschiedene Funktionen wie verstellbare Armlehnen und Fußteile bereit. Auch bei Relaxsesseln können durch Motorsteuerung Nacken-, Rücken- und Fußteile individuell angepasst werden, sodass eine gemütliche Sitzhaltung garantiert ist. Immer mehr Sofas beinhalten auch versteckte Anschlüsse für Geräte wie etwa mp3-Player oder Smartphones.
 
Farbtrends 2015
2015  geben einerseits kräftige Farben den Ton an: Rot, Pink, Violett, Orange oder Gelb – als Kontrast kommen z.B. ein helles Türkis oder Blau in verschiedenen Nuancen zum Einsatz. Doch wenn es etwas dezenter sein soll, kombiniert man diese mit abgemilderten, pastelligen Tönen – z.B.  Hellblau, Graugrün, Senfgelb, Lachsorange oder Beige. Auch Weiß, von Kreide bis Creme, sieht man – gerne  kombiniert mit Schwarz. Zwei der Farben des letzten Jahres spielen auch 2015 wieder eine Rolle: Grün und Grau – jedoch in verschiedenen Mischungen, so dass Töne wie Schiefergrün, Seegras oder Limette entstehen. Als Kontrast dienen ein dunkler Rotton und ein helles Mineralblau. Erneut sind dieses Jahr auch Naturtöne in verschiedenen Nuancen stark gefragt. Als Akzentgeber dienen metallische Farben: Kupfer, der Trend von 2014, wird nun durch angelaufene Bronze, Silber und Gold ergänzt.

Weitere Informationen: www.moebel.at

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