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Innenraum
29.07.2018 - Der Innenausbau war bisher eigentlich beim Bauen eher ein Randthema, was sich aber mit den flexiblen Anforderungen an Gebäude gerade etwas ändert.
Löcher stopfen und Wände brechen, kann man sich mit flexiblen Zwischenwänden gut sparen. Foto: Walter Luttenberger

Raumeinheiten, die Nutzungen bei Bedarf verschränken oder trennen, liegen im Trend. Wenn der ausgedehnte Lebenszyklus beim Haus vom Grundriss abhängt, beginnt dieser wandlungsfähig zu werden. Immer mehr Architekten bedienen sich daher in der Planung flexibler oder auch auch mobiler Raumtrennsysteme. Offene Raumnutzungskonzepte benötigen schließlich flexiblere Lösungen als monofunktionale. Versetzbare Trennwände sind daher gefragt wie nie, wobei Holz hier als Material noch Potenzial hat.

Wandsysteme aus Holz sind eher die Ausnahme aber mit innovativen Produkten könnte sich das ändern. Mit der simplen OSB-Platte hat es hier begonnen. Dass Holz an der Wand aber auch eine Stilfrage ist, vertritt man bei der Firma punkt9. Mit der Echtholzpaneele „Alpenwand“ wurde zuletzt von ihr eine Lösungen entwickelt, die Design und Verarbeitbarkeit kombiniert. Typisierte Vollholzpaneele mit Lattenoberfläche sind in unterschiedlichen Ausführungen im Programm.

Dünn und elegant
20 Millimeter stark und mit bis zu 2,5 Metern Länge lässt sich damit Stubenatmosphäre erzeugen, ohne dass ein Zimmermann kommen muss. Für elegantere Einsatzfelder bietet die Lindner GmbH in Baden Holz-Ausführung von Trennwänden an und in der Chefetage des neuen Erste Campus baute man ein derartiges Produkt ein. „In der Gestaltung setzte man beim Auftraggeber bewusst auf Holz“, sagt Geschäftsführer Mario Zoubek, dessen Unternehmen querfurnierte und geschlitzte Wandschalen in Eiche, Holztüren und Absorber aus Holz mit passendem Dekor auf die erwähnte Baustelle geliefert hat.

Bedeutend sei es dabei, dass die Logic Holztrennwände hier nicht nur ästhetische sondern auch funktionale Ansprüche im Schall- und Brandschutz voll erfüllen. Schlitze am Paneel und ein Kern aus Mineralwolle sorgen für optimierte Schallabsorption bzw. -dämmung der Trennwände.

Räume anpassen
In Gebäuden mit wechselnden Nutzergruppen ist auch das kurzfristige verändern von Raumgrößen gewünscht. Mobile Wandelemente sind dann gefragt, wenn unterschiedlich große Gruppen unterschiedliche Raumgrößen nachfragen. Großraumbüros, Seminarräume oder Produktionsräume lassen sich mit Schiebewänden wunderbar verkleinern oder auch bei mehr Raumbedarf wieder aufmachen. Aber nicht nur die Arbeitswelt hat für so etwas Bedarf.

Schuleinrichtungen haben sich vielfach als Campus neu erfunden. Mensen oder Gymnastikräume sind in diesem Umfeld dem jeweils aktuellen Bedarf anzupassen und mobile Systeme ermöglichen das. Der Musik- oder Veranstaltungsraum war für mobile Wandsysteme immer schon ein klassischer Anwendungsfall. Tagesaktuell wird damit auf den zu erwartenden Publikumsandrang reagiert oder auch das gewünschte Veranstaltungsformat unterstützt.

Öffentlich genutzte Räume sind in mancherlei Hinsicht allerdings anders zu behandeln wie privat genutzte. Fragen des erforderlichen Wartungsaufwandes der zugehörigen Technik entstehen. Auch auf die Sicherstellung der Fluchtwege ist bei mobiler Trennung von Gruppenräumen nicht zu vergessen. Schallschutz und eine unterstützende Akustik ist sowieso immer gleich angesprochen. Die visuelle Raumwirkung und das Dekor ist dann eher Geschmacksache und damit auch die Frage nach dem Material.

Räume aufreissen
Als Umkehrung der mobilen Trennwand kann die wandartige Türöffnung gelten. Eine derartige Lösung hat die Firma Wippro mit raumhohen, mauerbündigen Holztüren im Angebot und wagt einen Versuch moderne Architektur mit Natur zu kombinieren. „Genau mit diesen innovativen Produkten begegnen wir den Interessen der internationalen Bauwirtschaft,“ gibt der Junior- Firmenchef Robert Wipplinger Auskunft. Im geschlossenen Zustand verschwinden Türöffnungen visuell in der Wand.

Ähnlich wie bei großen Flügeltüren im Altbau kommt es beim Öffnen dann zum Verschmelzen zu einer Wohneinheit. Schiebetüren aus Holz sind ein Klassiker, der von der Zulieferindustrie standardmäßig angeboten wird. Architektenbetreuer beim Hersteller Knauf, Bernd Landsmann sieht den Holzbau hier als Partner für Einzellösungen und auch die Holzbauweise würde unterstützt: „Wenn es um großvolumigere Bauten geht, ist es wirklich sinnvoll nicht nur über den Baustoffhandel zu gehen, sondern sich bei uns über die Lösungen beraten zu lassen.“

In den Holzrahmenbau integrieren ließe sich zum Beispiel auch das Schiebetürsystem welches unter dem Namen Pocket Kit für Anwendungsfälle im gehobenen Fertigbau, Büro- oder Hotelbau in Frage kommt. Überhohe und überbreite Türblätter aus Holz bis 120 Kilogramm trägt die Struktur. Bei Bedarf kann damit auch zweiflügelig und bis zu einem Maß von 3,6x2,7 Meter geöffnet werden. Die flexiblen Einsatzbereiche werden eher mehr als weniger und darum bieten sich hier auch Chancen für ausgefeilte Produkte, welche die Anwendbarkeit maximal unterstützen.

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