Ein junger Schreinergeselle in Deutschland hat einen alten Transporter in Handarbeit zu einem Wohnmobil umgebaut.
Der alte Transporter glänze in neuer hölzerner Pracht. Foto: Jakob Rauh
Man sollte meinen, wenn man einen alten Transporter zu einem Wohnmobil umfunktionieren möchte, wendet man sich am besten an eine_n Mechaniker_in. Ein junger Schreinergeselle aus Deutschland hat sich diesen Zwischenschritt gespart und selbst Hand beim 16 Jahre alten VW LT 35 seines Vaters – Tischler-Meister – angelegt.

Ursprünglich sollte aber kein Gesamt-Umbau stattfinden, wie er in seiner Projekt-Beschreibung auf dds Online erklärt: „Eigentlich wollte ich in unseren ehemaligen Transporter nur ein Bett einbauen. Dann ist es etwas mehr geworden…“ Das Mehr ist ein komplett nach TÜV-Standards ausgebautes Wohnmobil mit eigens entworfenen und konstruierten Möbeln.

Lauan-Sperrholz im Brummi
Diese bestehen zur Gänze aus Holz, genauer aus Lauan-Sperrholz mit einer 1,5 mm starken Eichenfurnierung. Bevor die Möbel Platz in dem Wohnmobil finden konnten, musste Jakob Rauh aber zuerst den Transporter selbst auf Vordermann bringen. Rost abschleifen, etwaige Dellen ausbeulen und – besonders wichtig, wenn man sich beim Schlafen keine Frostbeulen holen will – isolieren.

Dafür hat Rauh zu Armaflex, Styrodur und Antidröhnmatten gegriffen. Den letzten Wohnzimmerflair geben zwei Dachfenster und ein weiteres Fenster, das schon zuvor integriert war.

Bett mit Aussicht
Das Herzstück des Wohnmobils ist aber das Bett zwischen den beiden Radkästen, das auch dem großen Umbauer (1,87 m) genug Platz bietet. Im Sommer lässt sich das Hauptbett sogar auf ein ausklappbares Gestell hinausschwenken, sodass man unter dem Sternenhimmel einschlafen kann. Unter dem Bett befindet sich Stauraum, der von der Heckklappe oder dem Innenraum aus erreichbar ist.

In der Küche hat Rauh das von der TÜV verlangte Gaskochfeld installiert. Das hängt an zwei 5-kg-Gasflaschen, die in einem abgedichteten Schrankraum eingesperrt sind. Zwei Entlüftungslöcher im Boden des Schranks bieten Sicherheit. Außerdem bietet das Küchenmöbel noch Platz für zwei Wasserkanister mit 12 l Fassungsvermögen. Einer für frisches, einer für gebrauchtes Wasser. Eine Minibar dient als Kühlschrank.

Weitere Veränderungen
Der Boden ist mit einem leicht zu reinigen Teppich versehen, die Rückwand der Fahrerkabine musste weichen und Platz für zwei normale Autositze machen – einer davon umkehrbar. Besonders wichtig ist noch die eigene Batterie des Wohnmobils. Die existiert auch abseits der normalen Autobatterie und lässt sich entweder über die Solarzellen am Dach oder – altmodisch – über ein Kabel aufladen.

Diese Batterie braucht man einerseits für den Kühlschrank, andererseits aber auch für das Radio im Standmodus und für das Heimkino-System von Bose. Die darf in einem modernen Umbau schließlich nicht fehlen. (flb)

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