Immer mehr Planungen in der Baubranche finden digital statt. Für kleine Betriebe wird es schwierig, wettbewerbsfähig zu bleiben. 

Egger Inside in Action. Foto: Egger

 So viel steht fest: Es gibt keine Alternative. Die Digitalisierung macht auch vor der Baubranche keinen Halt. Sie beeinflusst das Geschäft von Konzernen, Mittelständlern, Generalisten und Spezialisten gleichermaßen und stellt dort Bewährtes auf den Kopf. Das ist den Akteuren durchaus bewusst.  

Laut einer Studie des Deutschen Industrie- und Handelskammertags stimmen 93% der befragten Unternehmen der Aussage zu, dass „die Digitalisierung die Gesamtheit der Prozesse beeinflussen wird“. Ein Trend, um den Bauunternehmen im Großen wie im Kleinen nicht herumkommen: digitale Planung.

Bei Gebäuden ist diese teilweise schon gesetzlich vorgesehen. In Deutschland ist für öffentliche Bauten ab 2020 nur noch eine digitale Planung mittels BIM (Building Information Modelling) zulässig. Für Österreich und die Schweiz gibt es vergleichbare Pläne. Eine Entwicklung, die Herausforderungen mit sich bringt, vor allem für kleine Betriebe. 

Digitale Angebote im Vormarsch

Tischlereien etwa kämpfen mit der Konkurrenz durch Online-Anbieter, die es ermöglichen, von zu Hause aus Möbel individuell zusammenzustellen. Der Holzwerkstoffspezialist EGGER hat es sich zum Ziel gesetzt, diesem Problem entgegenzuwirken. Auf der BAU 2019 präsentierte EGGER den Service EGGER inside – eine Kombination aus Online-Möbelkonfigurator und digitaler Vermarktung.  

„Unsere digitalen Angebote gewinnen immer mehr an Bedeutung. Wir möchten Handwerkern, Planern und Architekten ihre tägliche Arbeit so einfach wie möglich machen und sie und ihre Kunden gleichzeitig inspirieren“, sagt Ann-Kristin Block, Marketingleiterin bei EGGER in Deutschland.

Digital, regional und persönlich

Die Idee hinter EGGER inside: Kleine Tischlereien werden online mit ihrem eigenen digitalen Schauraum sichtbar und konkurrenzfähig. Im Vergleich zu anonymen Online-Diensten genießen Kunden den Vorteil, dass die von ihnen online konfigurierten Möbel von Handwerkern aus der Region stammen. Und bei der Planung sind sie nicht auf sich alleine gestellt, denn hinter der Webseite steckt ein Tischler mit Fachkompetenz.  

Änderungen und Anpassungen können Kunden und Tischler im persönlichen Gespräch vornehmen. Die einzelnen Komponenten des Konfigurators wie etwa Liefer- und Montagekosten oder passende Konstruktionsdetails können Tischlereien für den eigenen Betrieb anpassen. Somit behalten sie die Kontrolle.  

„Mit dem neuen Service verbinden wir die Vorteile der Online-Konfiguration mit denen, die der direkte Kontakt zwischen dem Tischler und seinem Kunden mit sich bringt – eben persönlich und digital“, sagt Hubert Höglauer, Leitung Marketing und Produktmanagement Möbel und Innenausbau. 

Luft nach oben

Es ist wie in anderen Branchen auch: Neben zahlreichen Herausforderungen bringt die Digitalisierung auch Chancen für Weiterentwicklungen mit sich. Das Potential hierfür scheint bei weitem noch nicht ausgeschöpft.

Eine Studie des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie und der Wirtschaftskammer kam 2018 zu dem Ergebnis, dass, basierend auf internationalen Studien, „in Österreich 49 % der bauausführenden Unternehmen BIM noch bei keinem ihrer Projekte eingesetzt haben“.  

Potential für Innovationen

Und Augmented Reality werde in der Baubranche derzeit kaum verwendet, jedoch würden in Zukunft „dadurch die Bauprozesse maßgebend beeinflusst“. Ähnliches gilt für die Technologie Virtual Reality, die allerdings bereits bei der Vermarktung von Immobilienprojekten Anwendung findet.  

Die Einsatzmöglichkeiten dieser beiden Technologien sind groß. Unternehmen und Kunden können durch sie etwa gemeinsam eine 3D-Visualisierung von Innen- und Außendesign betrachten oder die Realität mit einem 3D-Bewehrungsplan vergleichen. Wo genau sie sich durchsetzen, werden die kommenden Jahre zeigen. (ade)

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