Kommentar von Alfred Waschl
Vorstandssprecher buildingSMART Austria

Die Digitalisierung ist so wie die Nachhaltigkeit in aller Munde und beide Themenbereiche beinhalten markante Chancen, aber auch viele Einspruchspotentiale. 

Durch BIM lässt sich Nachhaltigkeit und der digitale Zwilling perfekt verbinden. Foto: A. Waschl

Gerade beim Holzbau treten die positiven Effekte einer BIM Modellierung und der Nachhaltigkeit des konstruktiven Holzbaus sehr deutlich auf.

BIM ist die Sprache der Techniker des 21. Jahrhunderts. Sie fordert einen gesamtheitlichen Blick auf alle Gewerke und alle Prozesse und das über den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks hinweg. Mit einer gemeinsamen, durchgängigen Datenbasis (digitaler Zwilling) ist die Möglichkeit gegeben, den Planungsprozess für alle Stakeholder transparent aufzusetzen und beim Errichtungsprozess eine Kraftschlüssigkeit zwischen geometrischen Daten, alphanumerischen Daten, Qualitäten, Zeit und Geld zu erzielen.

Dieser Herausforderung hat sich die Landw. Bundesversuchswirtschaften GmbH mit dem Projekt „Bio - Institut der HBLFA Raumberg - Gumpenstein“ gestellt. Mittels der Methodik BIM wird ein konstruktiver Holzbau geplant, der im Betrieb, für die Lehrenden und die Schüler ein angenehmes und gesundes, funktionelles und optisch eingepaßtes nachhaltiges Gebäude darstellt.

Der digitale Zwilling erlaubt neben Energie-, Licht- und Lärmsimulationen auch eine präzise Darstellung der benötigten Werkstoffe und deren Dimensionen. Ein hoher Vorfertigungsgrad ist durch die Datenlage, die durch Kollisionsprüfungen abgesichert ist, möglich.

Das Pilotprojekt ist aber noch in etlichen anderen Bereichen ein Schrittmacher für verschiedenen Stakeholder der Tochterfirma des Nachhaltigkeitsministeriums. So wird Wert auf die verbindliche Nennung im Datenmodell z.B. der Herkunft des Holzes und dessen Ökobilanzen (biogener Kohlenstoffspeicher, biogener Energiespeicher etc.) gelegt. Dies gilt auch für unterschiedliche Werkstoffe wie Dämmwolle oder Glas.

Last but not least ist die Nutzung von offenen Datenformaten (IFC 4) ein Vorgang, der vor allem örtlichen KMU´s die Möglichkeit gibt, den notwendigen Schritt in die Digitalisierung bei diesem Pilotprojekt mitzumachen.

Alfred Waschl

Alfred Waschl

Vorstandssprecher buildingSMART Austria

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