Die Fähigkeit von Fichtenzapfen, die Stellung ihrer Schuppen je nach Feuchtegrad zu ändern, war Vorbild bei der Entwicklung von „HygroSkin“, einem Pavillon, der selbstständig auf Umwelteinflüsse reagiert. 
Die Fenster reagieren auf Änderungen der relativen Luftfeuchte zwischen 30 und 90 Prozent. Foto: ICD Universität Stuttgart
Sechs Jahre lang arbeite der Architekt Achim Menges und ein Team des Institute for Computational Design der Universität Stuttgart an der Entwicklung des klimasensitiven Pavillons. Ergebnis ist ein natürliches Material, das, so wie die Fichtenzapfen, dazu in der Lage ist, sich an unterschiedliche Feuchtegrade anzupassen: die blumenartigen Fenster des Gebäudes öffnen und schließen sich eigenständig. 
 
Im Laufe der Forschungsarbeiten entschied man sich,  „die elastische Kapazität von dünnen, ebenen Sperrholzplatten auszunützen, um diese – in einem robotergesteuerten Prozess – zu konischen Oberflächen zu verwandeln. In die Mitte jeder dieser konkaven, doppelwandigen Sperrholzpaneele wurde sodann ein wettersensibles „Fenster“ gesetzt“, berichtet pro:Holz. „Im Fall von HygroSkin wird die Veränderbarkeit von Holz in Relation zu seinem Feuchtegehalt ausgenützt, um eine klimasensible architektonische Haut zu entwickeln, die vollkommen autonom – ohne mechanische oder elektronische Hilfsmittel – auf wechselnde Wetterverhältnisse reagiert und sich öffnet oder schließt. Die Struktur des Materials alleine ist das Hilfsmittel dazu.“
 
An einem trockenen und sonnigen Tag mit 30 Prozent Luftfeuchtigkeit etwa bleiben die Öffnungen geschlossen und halten das Innere kühl. Wenn die Luftfeuchtigkeit steigt, öffnen sich die „Blütenblätter“, bis sie bei einer Luftfeuchtigkeit von 75 Prozent komplett geöffnet sind. Auf diese Weise dringen an einem regnerischen, bewölkten Tag viel Luft und Licht in das Innere des Pavillons. 
 
Der Pavillon ist noch bis 30. März 2014 auf der Austellung „Archilab 2013 - Naturalizing Architecture“ im FRAC Centre Orleans in Frankreich zu sehen.
 
 
 
 

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