home technik Düngen mit Holz und Stroh?
Technik
19.09.2017 - Die Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft und die Universität Rostock untersuchen, inwieweit sich Aschen aus der Verbrennung von Holz, Stroh und anderen naturbelassenen Biomassen als Dünger eignen.

Die Rückgewinnung der Nährstoffe aus Aschen hat auch eine ökonomische Dimension. Foto: FNR/Andreas Müller

Aschen aus naturbelassenen Biomassen wie Holz, Stroh, Miscanthus, Schilf oder Landschaftspflegematerial enthalten Nährstoffe in relevanten Konzentrationen. Um sie jedoch als Dünger einsetzen zu können, sind genauere Untersuchungen notwendig: So unterscheidet sich die Qualität der Aschen je nach Brennstoff, Verbrennungstechnik, Qualität des Ausbrandes und Art der Entaschung. Die Forscher wollen klären, welche Konstellationen geeignet sind, um hochwertige Aschen mit geringen Schadstoffanteilen zu erhalten, die als Ausgangsstoff für Düngemittel geeignet sind.

Die Wissenschaftler erproben daher Praxisanlagen, die Holz, Stroh, Schilf und Miscanthus verbrennen und versuchen, die Anlagen in Bezug auf ihr Emissionsverhalten beziehungsweise die anfallende Aschequalität zu optimieren. Sie untersuchen die Nähr- und Schadstoffgehalte, charakterisieren die Ascheproben und bewerten sie. Weiterhin werden in Gefäßversuchen die Düngewirkung der Hauptnährstoffe Phosphor und Kalium in Kombination mit unterschiedlichen Fruchtarten und Böden getestet. Zu den Fragestellungen zählt auch der Einfluss auf chemische und biologische Bodenparameter und die Machbarkeit bzw. Wirkung eines Aufmahlens gröberer Anteile und Schlacken.

Das Projekt soll auf eine Optimierung von Verbrennungsanlagen sowie auf eine Steigerung der Nährstoffeffizienz unbelasteter Biomasse-Aschen hinwirken, deren Verwertung nach dem Düngerecht in Deutschland möglich ist: „Für die politisch gewollte energetische Nutzung biogener Nebenprodukte wie Halmgut würden damit positive Rahmenbedingungen geschaffen, um Nährstoffkreisläufe zu schließen, Deponien zu entlasten und nicht zuletzt Wertschöpfung im ländlichen Raum zu ermöglichen“, heißt es in einer Aussendung der deutschen Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe FNR.

Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe

Webseite Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft

Webseite Universität Rostock

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