home technik "H2O Wood-Controller" misst Feuchtigkeit in Holzbauteilen
Technik
14.12.2017 - Wissenschaftler haben ein neues, flächenbasierten Messsystem entwickelt, das die Überwachung von Feuchte in Holzbauwerkstoffen ermöglicht.

Der „H2O Wood-Controller“ misst und überwacht mithilfe der Sensorlamelle die Feuchtigkeit dieser Holzbrücke. Foto: © Fraunhofer IBP

Ein zu hoher Feuchtegehalt an tragenden Holzbauteilen kann schlimmstenfalls Gebäude und Brücken zum Einsturz bringen. Der „H2O Wood-Controller“ des deutschen Fraunhofer-Instituts für Bauphysik IBP und der Hochschule Rosenheim will daher Bauschäden frühzeitig aufdecken und ein sofortiges Eingreifen ermöglichen, indem er die Feuchte in Holzbauwerkstoffen misst und überwacht.

Herzstück des Systems ist die sogenannte „BSH-Sensorlamelle“. Die Leimfugen einer dreischichtigen Fichtenholzlamelle werden dabei mit Drahtgittern versehen, die über Kabel mit einem neu entwickelten Widerstandsmessgerät verbunden sind, informiert das IBP. Über die leitfähigen Drahtgitter wird der Leitungswiderstand des dazwischen liegenden Holzes gemessen: Ein steigender Leitungswiderstand bedeutet sinkende Holzfeuchte, ein sinkender Leitungswiderstand steigende Holzfeuchte.

Ist die leitende Schicht innerhalb der Sensorlamelle unterbrochen, lasse sich ein möglicher Feuchteschaden am Bauwerk orten, denn bei eindringender Feuchtigkeit ändere sich der lokale elektrische Widerstand der Holzmittelschicht, so das IBP. Da die Position der einzelnen Sensorlamelle bekannt ist, könne der Schaden eingrenzt werden. Die Genauigkeit der Schadensortung hänge dabei von der Größe der Sensorlamellen ab. Eine Datenbank speichert sämtliche erfasste Messdaten für spätere Auswertungen, Schadensmeldungen sendet das Messgerät direkt per SMS oder E-Mail.

Die Herstellung der Sensorlamellen sei einfach und kostengünstig, betont das IBP. Die Sensorlamellen werden bereits in der Produktion direkt in den mindestens drei Holzschichten starken BSH-Träger integriert und könnten anschließend auf der Baustelle ohne Verzögerung verbaut werden. Der „H2O Wood-Controller“ biete außerdem die Möglichkeit, eine große Bandbreite an unterschiedlichen Sensoren einzubauen, die für viele verschiedene Anwendungsfälle einsetzbar sind: So ließe sich das Messgerät ohne weiteres um Sensoren zur Ermittlung der Luftfeuchte oder Temperatur erweitern.

Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP 

Webseite Hochschule Rosenheim

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