Die Fichte gehört in vielen Ländern zu den wichtigsten Wirtschaftsbaumarten und findet vielseitig Verwendung. Missbilligt von den einen, gefeiert von den anderen, hat die Fichte in Zeiten des Klimawandels zu kämpfen.
Serie: Holzportraits
In dieser Reihe sehen wir uns verschiedene Hölzer an, die im Holzbau Bedeutung haben oder gerade gewinnen.

Im Gegensatz zur Tanne hängen die Zapfen am Zweig und fallen nach der Reife ab. (Bildquelle: pixabay)
Weltweit gibt es an die 35 Fichtenarten. Die europäische Fichte wird als gewöhnliche Fichte (lat. Picea abies) bezeichnet. Sie hat ein vielfältiges Erscheinungsbild: Die Kronenform und Verzweigung können sehr unterschiedlich aussehen. Grundsätzlich gehen von einem geradschaftigen Stamm weit ausladende Äste aus, die etagenförmig angeordnet sind und immergrüne zugespitzte, kleine Nadeln tragen. Die bis zu 16 cm langen reifen Zapfen hängen am Zweig und fallen ab.

spruce 1018606Fichten können bis zu 60m hoch und 600 Jahre alt werden. (Bildquelle: pixabay)

Beliebtes Bauholz
Mit einem Anteil von knapp 60% am österreichischen Ertragswald ist die Fichte die wichtigste heimische Baumart. Das fast weiße bis hell gelblichbraune Holz mit nur feinen, wenigen Harzkanälen ist leicht, weich und gut zu bearbeiten. Mäßige Feuchteverformung, gute Festigkeit im Verhältnis zur Rohdichte und hohe Elastizität machen es zum geschätzten Bau- und Konstruktionsholz. Trotz geringer natürlicher Dauerhaftigkeit gegenüber Feuchtigkeit und schwerer Imprägnierbarkeit liefert die Fichte das „Allround-Holz“ schlechthin: Ihr Spektrum reicht von der robusten Transportkiste über den Einsatz in Möbel-, Innenausbau- und Plattenindustrie, über Schalungsmaterial im Betonbau oder Hauptrohstoff zur Zellstofferzeugung bis hin zu weit gespannten Tragwerken und Flügeln für Windkraftanlagen.

tree 1263801 960 720Fichtenholz ist das bevorzugte Material für Brettsperrholz, was den Holzbau auf die nächste Stufe gehoben hat. (Bildquelle: pixabay)

Im
Kreuzfeuer der Kritik
In den letzten Jahrzehnten rückte die Fichte vor allem in Mitteleuropa immer wieder in den Blickpunkt des öffentlichen Interesses. Als „Brotbaum der Forstwirtschaft“ machte sie sich durch ihre Produktivität und Anspruchslosigkeit einen Namen, als Inbegriff für künstlich begründete Monokulturen entzündete sie gleichzeitig einen Streit der Waldbauideologen. Ist die Fichte in ihrem Herkunftsgebiet (hochmontane bis subalpine Standorte) trotz Flachwurzelsystem eine stabile Baumart, entwickelt sie sich auf nicht passenden Standorten jedoch schnell zum Sorgenkind. Mit dem flächendeckenden „Fichtensterben“ zeigte sie außerdem als eine der ersten Baumarten die Belastung durch Immissionen aus der Umwelt auf unsere Wälder auf.

(juz)

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