Spanplatten, überzogen mit einer dünnen Schicht. Ein schöner Holzlook, aber günstiger als Vollholzplatten. Bleibt noch eine Frage: Ist das jetzt auch wirklich alles Holz? 
Furnier ist mit der richtigen Behandlung wasserbeständig. Foto: IFN
Nicht alles, was nach Holz aussieht, stammt auch aus dem Wald. Das muss eigentlich nicht extra betont werden, sollte man meinen, doch weiterhin kaufen viele Dekorplatten anstelle von natürlichem Furnier auf ihren Möbeln. Doch welche Unterschiede – ganz abgesehen vom verwendeten Material – gibt es zwischen den beiden Varianten? 

Zuerst zum Wort selbst: Nur Furnier darf nämlich wirklich als Furnier bezeichnet werden. Laut Duden handelt es sich nämlich um ein „dünnes Deckblatt aus wertvollem [gut gemasertem] Holz, das auf Holz von geringerer Qualität aufgeleimt wird.“ Alles andere ist nach Ausschlussverfahren kein Furnier, sondern Dekor. 

Dekore
Dieses „andere“ besteht dann in der Regel aus einem Kunstharz oder oberflächenbehandelten Kunstharz, das – ganz ähnlich wie Furnier – auf ein Trägermaterial wie eine Spanplatte aufgetragen wird. Diese Dekore sind nicht ohne Vorteile. So sind sie zum Beispiel wasserfest und können einigen anderen chemischen Verbindungen standhalten. Außerdem halten sie einige mechanische Einwirkungen, also Kratzer oder Abrieb, aus und sind auch beständig gegen besonders hohe und niedrige Temperaturen. 

Diese Vorteile müssen aber mit einem kritischen Blick bedacht werden. So muss man bei der Verwendung von Dekor zum Beispiel in Kauf nehmen, dass es sich dabei um einen fossilen Rohstoff handelt und sie nicht biologisch abbaubar sind. 

Furniere
Auch sind diese Vorteile nicht für Dekorplatten allein zu denken, sondern decken sich teils mit echtem Furnier. Wasserfestigkeit und Feuerfestigkeit lassen sich zum Beispiel durch spezielle Lacke oder Lösungen erreichen, die die jeweiligen Werte verbessern. Schutzlacke können auch die Kratzfestigkeit verbessern. 

Dabei kann man sich auch immer in Erinnerung rufen, dass es sich bei Furnieren nicht nur um einen nachhaltigen, sondern auch um einen effizienten Rohstoff handelt. Wie die Initiative Furnier + Natur (IFN) vorrechnet, lassen sich aus einem Baumstamm von 2,40 m Länge und 0,50 m Durchmesser ca. 300 m2 Möbeloberflächen mit Furnier gestalten. Da das Trägermaterial (zB.: Spanplatten) aus den Stammteilen besteht, die bei der Holzernte abfallen, lässt sich der Baum bei der Verwendung von furnierten Platten optimal nutzen. 

Unterschiede
Wer zu echtem Furnier greifen möchte anstelle zu Dekorplatten, sollte aber aufpassen. Die beiden Materialien unterscheiden sich optisch nur gering voneinander. Auch mit den Bezeichnungen rund um Dekor und Furnier wird es bald kompliziert, vor allem, wenn von Holz-Optik oder Furnier-Optik die Rede ist. 

Aber man kann sich Abhilfe dazu schaffen. Zum Beispiel mit einem Blick auf die Poren des Furniers. Sind diese gleichmäßig verteilt, oder nicht vorhanden, handelt es sich wahrscheinlich um Dekor. Außerdem ist die Lichtreflexion bei Kunststoffen gleichmäßiger und, beziehungsweise gar nicht vorhanden. (flb)

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