Ein Kurs in Salzburg für Jugendliche und ein Unternehmen aus Graz machen den Traum von den ganz eigenen Skiern Wirklichkeit.  
Beim Skibau-Lokalaugenschein im Werkschulheim Felbertal im Bild von links: Schuldirektor Mag. Heinz Edenhofner, Slalom-Olympiasieger Thomas Stangassinger mit seinem Rennski aus 1994, die Schüler Sebastian Neumayr (aus Bürmoos/Sbg., 8. Klasse), Johannes Kreuzmayr (aus Tollet/OÖ, 6. Klasse) und Laurin Marktl (aus Kössen/Tirol, 8. Klasse) sowie Dipl.-Pädagoge und Tischlermeister Franz Einberger. Foto: Neumayr
Österreich ist eine Insel in Europa. Nicht nur aufgrund der losen Raucherregelung und der hohen Affinität zum Bargeld, sondern auch in sportlicher Hinsicht. Während sich unsere sämtlichen Nachbarländer laut einer Recherche von Vox.com nämlich am meisten für Fußball begeistern können, schlägt das Herz unserer kleinen Alpenrepublik am meisten fürs Skifahren.  

Das mag daran liegen, dass wir erkannt haben, worin wir gut sind und unsere Interessen dementsprechend ausrichten. Dadurch bieten sich aber auch berufliche und handwerkliche Möglichkeiten, wie die das Werkschulheim Felbertal nahe Salzburg demonstriert. Dort hatten die Jugendlichen kürzlich die Möglichkeit, selbst Skis zu entwickeln. 

Einwandfrei
Der Pädagoge Franz Einberger leitet den Skibaukurs, der auf einer Idee des Tischlermeisters Martin Ainz basiert. Der Kurs bietet pro Einheit Platz für bis zu acht Lernende, die dann selbst einen eigenen Prototyp eines Skis entwickeln können. Diese heben sich dabei zwar oft deutlich vom Massendesign ab, bringen aber nach einem Lokalaugenschein des ehemaligen Weltcup-Skirennfahrers und Slalom-Olympiasiegers Thomas Stangassinger eine ähnliche Qualität mit. „Tadellos, damit lässt es sich bestimmt gut Skifahren. Auch die Kanten sind einwandfrei.“ 

Kursleiter Einberger erzählt von einer hohen Nachfrage, weshalb der Kurs auch einmal im Monat umgesetzt werden könne. Er berichtet auch von den technischen Hintergründen der Ski-Prototypen: „Als Kern verwenden wir Balsaholz, das gerne auch im Yachtbau zum Einsatz kommt, oder Eschenholz. Beides leicht, stabil und elastisch.“ 

Gepresst
Die verschiedenen Materialien, die hierbei zum Einsatz kommen, landen am Ende des Prozesses in selbst angefertigten Schablonen in der Vakuumpresse. Hier werden sie unter hohem Druck mit Epoxidharz und PU-Kleber verpresst. Den Vorstellungen und Ideen der Teilnehmenden sei dabei fast keine Grenzen gesetzt. 

„Bei der Gestaltung der Oberflächen sprühen die Schüler nur so vor Ideen. Diese reichen von schönen Holzintarsien über farbenfrohe Kunststoffbeläge bis zu gedruckten Topsheets mit unterschiedlichen Motiven“, schildert Einberger. 

Vermöbelt
Wer seinen eigenen Ski mit individuellem Design will, aber nicht mehr als jung genug für einen Kurs auf einer Schule durchgeht, kann sich auch an das Grazer Unternehmen Skimöbel wenden. Jakob Lederer „vermöbelt“ hier einerseits alte, liebgewonnene Ski und Snowboards zu einzigartigen Stücken.  

Daneben bietet er auch die Gestaltung der eigenen Bretter an. Der Look kann dabei von einer Landkarte oder einer Zeitung bis hin zum schlichten, aber eleganten Design mit Holz oder Furnier reichen. So wird sichergestellt, dass man ein individuelles Paar Ski unter die Füße geschnallt bekommt und Österreichs Lieblingssport auch mit Stil nachgehen kann. (flb)

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