Billa, Merkur und Adeg wollen Plastiksackerl in Obst- und Gemüse-Abteilungen ersetzen. Durch Mehrwegnetze aus Holzfasern.  
Mehrwegnetze aus Holzfasern ersetzen Plastiksackerl. Foto: Robert Harson/ Rewe Group
Wer kennt – und hasst – es nicht. Man steht im Supermarkt in der Obst- und Gemüse-Abteilung und will die gewählten Leckereien einpacken. Man greift zum Plastiksackerl und verbringt in logischer Konsequenz die nächsten gefühlt drei Jahre damit, es erstens von der Rolle zu reißen und zweitens die beiden statisch aufgeladenen Seiten voneinander zu lösen.  

Das bleibt nicht das einzige Probleme, das gegen die feinen Plastiksackerl in der Gemüse-Abteilung spricht. Dazu kommen noch relevante ökologische Fragen. Wachsende Müllinseln in den Ozeanen sind so groß, dass die UNESCO sie 2013 zum „Staat“ erklärte und es gibt quasi keine Orte mehr, an denen man kein Mikroplastik findet.  

Mehrwegnetze
Um vor allem letzterem Problem entgegenzuwirken, hat Rewe nun in Zusammenarbeit mit Lenzing eine Alternative im Angebot. Die Mehrwegnetze aus Holzfasern sind letzten November in den ersten Filialen von Billa, Merkur und Adeg aufgetaucht und nach einer erfolgreichen Testphase mit 138.000 verkauften Einheiten erweitert Rewe das Projekt nun auf sämtliche Geschäfte in Österreich. 

Die Verwendung der Mehrwegbeutel ist dabei denkbar einfach für die Einkaufenden. Netz nehmen. Obst und Gemüse abwiegen. Obst und Gemüse in Beutel platzieren. Zettel auf Beutel kleben. Man spart sich sogar das Fummeln mit statisch aufgeladenem Plastik. Die Netze kosten zwar 3,99 € für drei Stück, können aber quasi unendlich oft zum Einsatz kommen. Vor allem, weil die Beutel sich bei 30 °C waschen lassen.  

Viskosefasern
Die Netze stammen dabei aus den Werken des österreichischen Faserwerks Lenzing und wurden komplett aus Fasern aus Holz gefertigt. Das geschieht mit dem Viskose- und Modalverfahren. Dabei wird Holz mithilfe von Chemikalien in eine Lauge verwandet, aus der wiederum der Stoff gesponnen wird. 

Nach eigenen Angaben hat Lenzing bei der Herstellung auch eine Chemikalien-Kreislaufschließung eingeführt und sorgt so dafür, dass der Kreislauf bei der Erzeugung weitestgehend geschlossen ist und zum Beispiel keine Chemikalien nach außen dringen können. Außerdem verwendet Lenzing fast nur Holz, das gemäß anerkannter Nachhaltigkeitskriterien zertifiziert ist, und achtet auf möglichst kurze Lieferwege. 

Die Netze sollen in Zukunft in allen Merkur-, Billa- und Adeg-Filialen erhältlich sein und Rewes Plan „Raus aus Plastik“ einen weiteren Schritt voranbringen. (flb)

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