Anfang März fand der traditionelle Winterschnitt von Birkenzweigen im Wienerwald statt – ElevInnen und Bereiter der Spanischen Hofreitschule waren bei der Ernte dabei.
Beste Schnittzeit für die Birkenzweige ist der Winter, wenn die Bäume vor dem Austrieb im Frühling in sogenannter „Saftruhe“ stehen. Foto: Julie Brass
Natürliche Reitgerten für das Training der weltberühmten Lipizzaner-Pferde wurden in den Wäldern der Österreichischen Bundesforste (ÖBf) bei Alland in Niederösterreich geschnitten. Verwendet werden dafür ausschließlich die Haupttriebe junger Birkenbäume, die aufgrund ihrer natürlichen Eigenschaften beste Voraussetzungen für die außergewöhnliche Verwendung in der Hofreitschule mitbringen. Die jungen Zweige sind schlank und gerade gewachsen, trotz hoher Stabilität sind sie biegsam und äußerst elastisch.

Für die Reitgerten werden die bis zu zwei Zentimeter dicken Haupttriebe von zumeist 3- bis 6-jährigen Birken von Hand geerntet. Nach dem Schnitt der Zweige entfernen die ElevInnen die Seitentriebe und bündeln die Zweige. Danach kommen die Birkengerten für mehrere Monate zum Trocknen, bevor sie vor tatsächlichem Gebrauch noch einen Tag in Wasser eingelegt werden, um die Haltbarkeit zu verlängern. Insgesamt 1.000 neue Reitgerten aus der Natur werden so entstehen. „In der Hofreitschule kommen ausschließlich Reitgerten aus Birkenzweigen zum Einsatz“, erklärt Erwin Klissenbauer, Geschäftsführer der Spanischen Hofreitschule. „Mit dem Gertenschnitt im Wienerwald setzen wir eine Tradition fort, die bereits bis in das 16. Jahrhundert zurückgeht.“ (cst)

ÖBf

Webseite Spanische Hofreitschule

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