Neue Holzschutzmittel streichen natürliche Effekte hervor.
Die Larven des Hausbockkäfers fühlen sich in einem unbehandelten Holzobjekt wohl. Foto: Holzforschung Austria
Holz ist ein hochwertiges Material, das uns die Natur schenkt. Diese ist jedoch nicht ganz uneigennützig und setzt alles daran, um dieses „Geschenk“ wieder in ihren Kreislauf zu integrieren. Wer ein Holzhaus hat, muss dieses also vor der Witterung, der UV-Strahlung, vor Pilzen und hungrigen Insekten schützen.

Kleine Ursache, große Wirkung
Zuletzt sind dabei Nanobeschichtungen zum Schutz für bewitterte olzoberflächen als Alternative zu üblichen Beschichtungen mit Lacken und Lasuren am Markt angekommen. Die Nanotechnologie ist ein aktuelles Forschungsgebiet, dem ein großes Potenzial beigemessen wird.

Nicht selten dient hier die Natur als Vorbild, da bestimmte Funktionalitäten, die bei Tieren und Pflanzen zu beobachten sind, auf perfekt ausgebildete Feinststrukturen zurückzuführen sind. Beschichtungen im Nanobereich gehen aus einer Anwendung hervor, die gerade am Forschungsinstitut Innovent e.V. Technologieentwicklung in Jena, am Institut für Holztechnologie Dresden (IHD) und an der Universität für Architektur und Bauwesen Tomsk (Russland) gemeinsam mit Partnern aus der Wirtschaft erforscht wird.

Es geht dabei um die Einflussmöglichkeiten von atmosphärischen Plasmen auf die Oberflächeneigenschaften von Holz und holzbasierten Werkstoffen. Die mit bloßem Auge nicht mehr sichtbaren Siliziumoxidbeschichtungen können die Benetzungseigenschaften der Holzoberflächen nun beeinflussen: Von stark wasseranziehend bis stark wasserabweisend, je nach gewünschter Applikation ist im Prinzip alles möglich.

Direkt eingebettet
Den Forschenden gelang es zudem, spezielle Wirkstoffe in die Beschichtungen einzubetten, um gezielt neue Oberflächeneigenschaften zu generieren, die durch eine reine Siliziumoxidbeschichtung allein nicht bereitgestellt werden können. Beispielsweise konnte gezeigt werden, dass nach einer Plasmabeschichtung auf Holz die Haftung nachfolgend aufgetragener Lacke oder Lasuren ebenfalls gesteigert wird.

Sie konnten auch nachweisen, dass durch die gezielte Integration von Wirkstoffen in Plasmaschichten signifikant bakterizide sowie partiell fungizide Oberflächeneigenschaften realisiert werden können.

Systematisch kontrolliertes Grauen
Im Trend liegt aber auch ein weiterer Aspekt, den uns die Natur vormacht und den wir uns bei den Oberflächen zunutze machen: Im Zuge der natürlichen Verwitterung entstehen verschiedenste Grautöne, die durch die Vorvergrauung mit einem einmaligen Anstrich mit speziell ausgelegten, grau pigmentierten Lasuren vorweggenommen wird. Beispielhaft dafür ist ADLER Platinum.

Die Grundierung stärkt die Holzfaser und gleicht unterschiedlich saugende Untergründe aus. Die Metall-Pigmente in der Deckschicht reflektieren die UV-Strahlung. Dieses System funktioniert immer – je nach Anforderung mit den wasserbasierten Produkten der Lignovit-Palette oder den lösemittelbasierten der Pullex-Palette von ADLER.

Hinsichtlich Lignovit Ultramatt wurde „die Elastizität von organischen Bindemitteln mit der Härte von anorganischen Bindemitteln vereint“, schildert Markus Fessler aus der Bautenlack-Entwicklungsabteilung die Eigenschaften des Produktes.

Das Ergebnis sei eine widerstandsfähige deckende Beschichtung für außen und innen. Innen auch deshalb, weil Lignovit Ultramatt keine Holzschutzmittel enthält und deshalb als Produkt auf Wasserbasis auch für die Innenraumgestaltung geeignet ist. Im Gegensatz zu ähnlichen Produkten sei zudem keine Grundierung mit einem Lösemittelprodukt notwendig, betont Fessler. (tdu)

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