Beim tecnet-Call des Landes Niederösterreich werden ökoeffiziente Produkte und nachhaltige Produktionsverfahren ausgezeichnet. An den Gewinnerprojekten sind dieses Jahr gleich zwei Holzbauunternehmen maßgeblich beteiligt. Neben einem Preisgeld gibt es dafür Förderungen von bis zu 200.000 Euro.

Der Wettbewerb wird von der Technologiefinanzierungsgesellschaft des Landes (tecnet) jedes Jahr veranstaltet und bringt Forschungsinstitutionen für ein Projekt mit privatwirtschaftlichen Unternehmen zusammen. Für Landesrätin Petra Bohuslav eine zukunftsweisende Initiative: "Wissenschaft und Wirtschaft zusammenführen, Forschungsergebnisse für heimische Betriebe nutzbar machen- und dabei die Ressourcen der Umwelt auch für nachfolgende Generationen erhalten, das ist uns mit diesem Call gelungen", meinte sie bei der Preisverleihung in St. Pölten.

Über das 15.000 Euro Gewinner-Preisgeld dürfen sich dieses Jahr das Kompetenzzentrum Holz (Tulln) gemeinsam mit der Müller & Hansmann OG (Königsbrunn) sowie Chemholz Holz- und Kunststoffverarbeitung GmbH (St. Pölten) freuen. Sie entwickelten eine neue Holzwerkstoffplatte für den Möbel- und Innenausbau und für die Türen-Produktion. Die Kernschicht der Platte besteht zu 100 Prozent aus so genannten Maisspindeln, einem Abfallprodukt, das bei der Maisernte anfällt. Die Produktinnovation zeichnet sich durch hervorragende technologische Eigenschaften, wie hohe Druckfestigkeit, hohe Schalldämmung und gute Wärmedämmung aus.

Den zweiten Platz belegten die LOPAS AG (Dobersberg), Holzbau Willibald Longin (Dobersberg) und die Donau Universität Krems mit der Entwicklung eines optimierten und kostengünstigen Wandaufbaus für Lehmhäuser. Ziel war es, einen alternativen und günstigen Wandaufbau mit unterschiedlichen Fassadenoberflächen für die Produktion ökologisch nachhaltiger Fertighäuser zu entwickeln. Diese Technologie soll es ermöglichen, Lehm-Passivhäuser zu marktfähigen Kosten zu produzieren, dabei aber auch individuellen Ansprüchen bezüglich der Architektur gerecht zu werden.

Als Dämmmaterial werden Strohhäcksel eingesetzt, wodurch alle Fertigungsmaße möglich sind, da man nicht mehr an die Rastermaße von Strohballen gebunden ist. Zudem macht eine massive Beschichtung auf Biofaser-Lehmputz die Montage zusätzlicher Installationsebenen, die bisher im Fertighausbau üblich ist, überflüssig. Auch auf das Raumklima wirken sich die eingesetzten Materialien positiv aus. Die tecnet honorierte diese Innovation mit einem Preisgeld von 10.000 Euro.

Quelle: Land Niederösterreich

Bild: NLK/Schleich

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