Die Versorgung mit hochwertigem Nadelholz ist zunehmend problematisch: Das Fraunhofer Institut für Holzforschung WKI testet daher den Einsatz von geringwertigem Laubholz für Holzfaserplatten.

Die Forschenden des Fraunhofer WKI fanden eine Lösung für die stoffliche Nutzung von geringwertigen Laubholzsortimenten. Foto: © Fraunhofer WKI | Manuela Lingnau

Für die holzverarbeitende Industrie stellt eine lückenhafte Versorgung mit Nadelholz ein Problem dar. Um Versorgunsengpässen entgegenzuwirken, wird die Verwendung von geringwertigen Laubholzarten, die bisher hauptsächlich thermisch verwertet wurden, in der Produktion getestet. „Geringwertige Laubhölzer sind in Zukunft sicher verfügbar. Die Nutzung als Basis für Holzwerkstoffe ist außerdem nachhaltiger als die als Heizmittel“, beschreibt Projektleiter Dirk Berthold die Ausgangslage. Berthold und sein Team untersuchten im Projekt „GerLau“ die Optimierung der Zerfaserungstechnologie und die Herstellung von Faserplattenwerkstoffen.

Im Technikum des Fraunhofer WKI fanden zunächst Versuche zur Zerfaserung statt, um die Fasern mittels unterschiedlicher Methoden zu fraktionieren und die Qualitäten einzuschätzen. Die Fasern aus den Laubhölzern Buche, Esche und Birke wurden dann in einer Mischung mit Fichtenfasern zu MDF- und HDF-Platten weiterverarbeitet. So fanden die Forschenden heraus, dass eine Substitution des Nadelholzes durch Laubholz von bis zu 50 Prozent möglich ist. „Wir konnten zeigen, dass bereits marktübliche Mahlscheiben-Garnituren gute Ergebnisse hinsichtlich der Faserausbeute und Größenverteilung erzielen. Die Faserqualitäten entsprechen denen reiner Nadelholzfasern und sind zur Herstellung von MDF- und HDF-Platten geeignet.“

Außerdem konnten die WissenschaftlerInnen anhand der Plattenproduktion und Prüfung feststellen, dass die MDF- und HDF-Platten die Qualitätsanforderungen an die mechanischen Eigenschaften erfüllen. Die MDF-Platten erfüllen darüber hinaus auch die geforderten hygrischen Eigenschaften - durch den Einsatz von Additiven lassen sich diese Eigenschaften auch für HDF-Platten erreichen. Eine Verwendung geringwertigen Laubholzes in der holzverarbeitenden Industrie für die Herstellung von MDF- und HDF-Platten sollte ohne größere Entwicklungsschritte möglich sein, fasst das Fraunhofer WKI die Forschungsergebnisse in einer Aussendung zusammen. Anpassungen in der Produktion seien lediglich in der Vorsortierung auf dem Holzplatz und in der Anpassung der eingesetzten Additive notwendig. (cst)

Fraunhofer-Institut für Holzforschung WKI 

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