Der amerikanische Technologe und Physiker Topher White nutzt alte Mobiltelefone, um illegalem Holzschlag auf die Spur zu kommen.

In vielen Bereichen des Regenwaldes gibt es zwar weder Strom noch Wasser, dafür laut „National Geographic“ aber einen überraschend guten Handyempfang. Foto: Rainforest Connection

Etwa alle zwei Minuten verschwindet eine Fläche von 35 Fußballfeldern tropischer Regenwald - oft ist die Abholzung illegal, berichtet „National Geographic“ online. Holzdiebe auf frischer Tat zu ertappen ist schwierig, denn wird ein Waldschaden - zum Beispiel auf Satellitenbildern - entdeckt, ist es normalerweise schon zu spät. Mit seiner NGO „Rainforest Connection“ versucht White, Abhilfe zu schaffen: Ausrangierte Handys werden dazu verwendet, den Wald „abzuhören“.

„White baut hochempfindliche Mikrophone an ausgediente Smartphones und installiert eine App, die ähnlich wie „Shazam“ funktioniert. Sie vergleicht die Laute der Umgebung mit Geräuschen, die beim Baumfällen entstehen: Motorsägen, Motorräder und Lastwagen, Angstschreie von Tieren“, so „National Geographic“. Die Handys werden dazu wasserdicht verpackt und an Bäumen angebracht, Sonnenkollektoren aus Recyclingmaterial versorgen sie mit dem notwendigen Strom.

Die Geräte liefern einen „einen kontinuierlichen Audiostream an eine Cloud, wo dieser mithilfe von AI-Algorithmen analysiert wird“, schreibt „Der Standard“ online. Verdächtige Geräusche würden automatisch an die lokalen Partner weitergeleitet, um einen sofortigen Eingriff vor Ort zu ermöglichen. In den vergangenen Jahren habe „Rainforest Connection“ das Überwachungsnetzwerk beständig ausbauen können, heißt es weiter. 3.000 Quadratkilometer in neun Ländern „von Brasilien bis zu den Philippinen, von Südafrika bis Rumänien“ würden bis jetzt abgedeckt, eine Station ist dabei für eine Fläche von eineinhalb Quadratkilometern zuständig.

Die Technologie helfe laut „National Geographic“ außerdem, Schüsse von Wilderern oder die Rufe mancher Vögel und anderer Tiere zu erkennen. Über die App hätten Ökologen auch Zugriff auf eine Datenbank, um die Tierwelt an vielen verschiedenen Orten über einen langen Zeitraum zu studieren: „Wo sonst Stipendien eingeworben werden müssen, um lange Forschungsaufenthalte zu finanzieren, kann die Forschung jetzt auch im Seminarraum betrieben werden.“ (cst)

Webseite Rainforest Connection 

Bericht „National Geographic“ 

Bericht „Der Standard“

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