Forschende der Katholischen Universität Löwen in Belgien haben sich damit beschäftigt, wie man in der chemischen Industrie Erdöl durch Holz ersetzen kann.

Mit dem Verfahren der WissenschaftlerInnen könnte man beispielsweise Tinte aus Holz herstellen. Foto: pixabay.com

In einem ersten Schritt muss Holz in chemische Bausteine umgewandelt werden: Dazu wird es zuerst in einen festen Papierbrei und ein flüssiges Ligninöl gespalten, berichtet „chemie.de“ online. Birkenholz werde zunächst in Chips zerteilt, die dann in einem Reaktor unter Überdruck mit Wasserstoff und Phenol vermischt werden, konkretisiert eine Meldung von „pressetext.com“ das Verfahren. Als Katalysator komme ein Material auf der Basis von Ruthenium zum Einsatz.

„Der Zellstoff kann zur Herstellung von Biobrennstoffen der zweiten Generation oder natürlicher Isolierung verwendet werden, während das Ligninöl, wie Erdöl, zur Herstellung chemischer Bausteine wie Phenol, Propylen und Komponenten zur Herstellung von Tinte weiterverarbeitet werden kann“, schreibt „chemie.de“. Darüber hinaus könne das Lignin auch zur Herstellung alternativer Bausteine für Kunststoffe verwendet werden.

„Das Besondere an dieser Studie ist, dass wir die Wirtschaftlichkeit einer Umstellung von Erdöl auf Holz berechnet haben“, wird Professor Bert Sels von der Abteilung für mikrobielle und molekulare Systeme im Bericht von „chemie.de“ zitiert. Um ein realistisches Szenario zu erstellen, haben sich die Forschenden mit einem belgisch-japanischen Tintenhersteller zusammengeschlossen, da bestimmte Verbindungen aus Lignin zur Herstellung von Druckfarbe verwendet werden können. Die Berechnungen zeigten, dass ein Chemiewerk, das Holz als Rohstoff verwendet, nach einigen Jahren rentabel sein kann.

Um die Anwendung der Forschung zu demonstrieren, werde das Team als nächstes den Produktionsprozess vergrößern. Die erste Testphase hat bereits begonnen, schlussendlich soll in Belgien eine Holzbioraffinerie errichtet werden. Mit Abfallverarbeitern und Landschaftsplanern werde zusammengearbeitet, um künftig Schnittholz und andere Holzabfälle verwenden zu können. Außerdem seien die Forschenden mit zahlreichen Unternehmen im Gespräch, die den Zellstoff und das Ligninöl in unterschiedlichen Produkten verarbeiten könnten. (cst)

Bericht „chemie.de“

Bericht „pressetext.com“ 

Webseite Katholische Universität Löwen 

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