In Wolfurt wurden zwei weitgehend identische Wohnhäuser – eines aus Holz und eines in Massivbauweise – errichtet und verglichen. Die Untersuchung zeigt: Holzbau hat ein großes Potenzial.

Die Untersuchungen zum tatsächlichen Energieverbrauch und dem Wohngefühl der Mieter und Eigentümer im Projekt in der Wolfurter Lerchenstraße laufen als nächstes an. Foto: Weissengruber

Als die Verantwortlichen von Rhomberg Bau, der Wohnbauselbsthilfe sowie dem Vorarlberger Energieinstitut im April 2018 den ersten Spatenstich für das Projekt setzten, war es erklärtes Ziel, valide Befunde zu den Unterschieden bei der Baudauer, der Baustellenlogistik, der Lärm- und Staubentwicklung oder auch der Energieeffizienz zu erhalten, heißt es in einer Aussendung. „Diese soliden Daten haben wir nun“, so Christian Jauk von Rhomberg Bau. „Und sie zeigen, dass die Bauwirtschaft noch großes Potenzial hat - unabhängig vom eingesetzten Baustoff.“

So zeigten sich beispielsweise im Ergebnis zwar höhere Kosten für die Holzvariante – 0,6 % bei zweigeschossigen Bauten, bis zu gut 3 % bei sieben Geschossen – diese Mehrkosten ließen sich aber relativieren: „Die Zahlen sind teilweise bereits drei Jahre alt, hier hat sich viel entwickelt. Außerdem haben wir weder mögliche Förderungen noch Einsparungen wie beispielsweise durch die verkürzte Bauzeit berücksichtigt“, sagt Jauk. „Heute können wir Holzbaugebäude bereits kostenneutral und im Optimalfall sogar preisoptimiert errichten.“

Weitere Punkte sammelt der Holzbau bei der Ausführungsqualität, beim Bauablauf sowie in der Ökobilanz. So sei etwa durch den hohen Vorfertigungsgrad, die weitgehend trockene Bauweise sowie die sehr kurze wetterabhängige Phase mit einer bis zu 60 % schnelleren Bauzeit im Holzbau zu rechnen. Bezogen auf die Ökobilanz konnte die Holzbauvariante laut Rhomberg Bau in allen drei untersuchten Indikatoren, “Globales Erwärmungspotenzial”, “Primärenergie, nicht erneuerbar” und “Ökoindex”, ein deutliches Einsparpotenzial aufzeigen: „Am deutlichsten wird dies beim Globalen Erwärmungspotenzial, bei dem die Einsparung zwischen den zwei Bauweisen bei 375 tCO2equ. liegt.“ Dies entspreche den CO2-Emissionen für Heizung und Warmwasser des Gebäudes über 90 Jahre.

Eine Überraschung schließlich habe die Antwort auf die Frage gebracht, welcher Bauart Kunden den Vorzug geben: Lage, Geschossigkeit und Aussicht waren bei dieser Entscheidung ausschlaggebend. (cst)

Rhomberg Bau 

Energieinstitut Vorarlberg 

Wohnbauselbsthilfe 

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