Die heiße Jahreszeit bringt bei der Holzverarbeitung viele Unfallgefahren. Wie können Unternehmen ihre Mitarbeiter schützen?

Trotz der warmen Temperaturen muss man bei Arbeitskleidung auf Sicherheit setzen. Foto: Unsplash

Der Sommer riecht nicht nur nach Heu und Salzwasser. Er riecht auch nach frischem Asphalt. Die heiße Jahreszeit ist die Zeit der Baustellen. Und damit leider auch die Zeit vieler Betriebsunfälle.

So schön der Sommer sein mag, in holzverarbeitenden Betrieben ist er eine sicherheitstechnische Herausforderung. Es ist vor allem die Hitze, die Gefahren in sich birgt. Bei hohen Temperaturen sind Mitarbeiter schneller unkonzentriert, leichte Kleidung kann Verletzungen fördern. Doch wie bleiben Unternehmer und ihre Mitarbeiter bei der Holzverarbeitung sicher?

„Grundsätzlich basieren Maßnahmen zur Arbeitssicherheit in holzverarbeitenden Betrieben auf gesetzlichen Vorgaben und Anforderungen zum Arbeitnehmerschutz. In der praktischen betrieblichen Umsetzung der Anforderungen gibt es aber ein breites Spektrum von Maßnahmen und Produkten, die weiter- oder neu entwickelt werden“, sagt Georg Oberdorfer, Fachkundiges Organ für Holztechnologie der AUVA. Bei der Wahl und Umsetzung von Sicherheitsvorkehrungen bieten sich für Unternehmen also durchaus Spielräume. Scherenhubtische als Transporthilfe oder neuartige Sicherheitsysteme für Tisch- bzw. Formatkreissägen werden in Normen etwa nicht gefordert. Dennoch können sie wichtig sein.

Enganliegend für mehr Sicherheit 

Neben technischen Hilfsmitteln ist vor allem die Wahl der richtigen Kleidung entscheidend. “Wird im Sommer leichte Kleidung getragen, sollte auch diese enganliegend sein, damit Kleidungsstücke von Maschinen nicht erfasst und eingezogen werden“, sagt Georg Oberdorfer. Und beim Arbeiten mit Kettensägen müsse man natürlich Schnittschutzkleidung tragen, in Übereinstimmung mit der jeweiligen Bedienungsanleitung. Bei sommerlichen Temperaturen sorgen spezielle Schnittschutzhosen oder Schnittschutzbeinlinge für ein angenehmeres Arbeiten.

Doch nicht nur vor den Maschinen gilt es sich zu schützen. Auch die Sonne ist ein wesentlicher Gefahrenherd. Hier bieten sich spezielle Funktionsshirts mit UV-Schutz an sowie ein Nackenschutz, Sonnenbrillen oder Sonnenschutzcremes. Idealerweise werden Arbeiten in der prallen Sonne durch Arbeitszeiteinteilung oder temporäre Beschattung eingeschränkt, dies ist jedoch beispielsweise bei Zimmereiarbeiten kaum möglich. „Kühlwesten werden aktuell noch nicht breit eingesetzt, diese Maßnahme zur Minderung der körperlichen Belastung wurde in einem AUVA-Projekt aber durchaus erfolgreich getestet“, sagt Georg Oberdorfer.

Unfallvermeidung

In holzverarbeitenden Betrieben gilt es in vielen Bereichen Schutzmaßnahmen zu treffen, etwa bei der Maschinensicherheit, dem Lärmschutz oder dem Absaugen von Holzstaub. Auf Baustellen kommt besondere Bedeutung der Vermeidung von Stürzen zu. „Sturz-, Fall- und Stolperunfälle treten sehr häufig auf und führen vor allem bei Stürzen von Leitern, Gerüsten, erhöhten Standorten oder Dächern oft zu schweren oder gar tödlichen Verletzungen“, sagt Georg Oberdorfer.

Darüber hinaus sind es vor allem fehlende Konzentration und Leichtfertigkeit, die zu Unfällen führt. „Oft führt das Zuwiderhandeln bzw. Abweichen von Arbeitsroutinen zu Arbeitsunfällen“, sagt Georg Oberdorfer. Darunter fallen etwa die Verwendung von Maschinen an nicht sicheren Standorten oder das Bearbeiten von ungeeigneten Materialien –wie das Sägen von Dämmplatten auf der Baustellenkreissäge.
Es gilt also bei großer Hitze wie auch sonst: Ordnung am Arbeitsplatz und das Einhalten von Regeln sind die effektivsten Sicherheitsvorkehrungen. Mit regelmäßigen Schulungen und Unterweisungen können Unternehmen die Voraussetzung dafür schaffen.

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