Wie sicher sind mehrgeschossige Holzgebäude bei Feuer? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Forschungsprojekt „TIMpuls“ unter der Leitung der Technischen Universität München (TUM).

Bei Einhaltung von bestimmten Baumethoden können hohe Holzgebäude selbst den Vollbrand einzelner Wohnungen sicher überstehen. Foto: © TUM

Intention der WissenschaftlerInnen ist es dabei, valide Grundlagen für ein einheitliches Regelwerk zum Bau von mehrgeschossigen Holzgebäuden zu liefern. „Unser Ziel ist es, das Bauen bis zur Hochhausgrenze, also bis 22 Meter, im gesamten Bundesgebiet geregelt zu ermöglichen“, sagt Thomas Engel vom Lehrstuhl für Holzbau und Baukonstruktion der TUM. Seit etwa vier Jahren arbeitet die Forschungsgruppe der TUM gemeinsam mit anderen Hochschulen und Instituten im Projekt „TIMpuls“.

Zum Abschluss des Projektes wurden die gewonnenen Erkenntnisse auf dem TUM-Campus in Garching getestet: Brandräume im Maßstab 1 zu 1 wurden aufgebaut, die mit Holz vollgestellt waren. „Wir simulieren dabei Wohnungen mit einer realen Brandlast, also mit vielen Büchern und Einrichtungsgegenständen“, sagt Engel. Die Versuche fanden auf dem Gelände der TUM-Werkfeuerwehr statt - auch die Analyse der Brandbekämpfung durch die Feuerwehr gehöre zum Projekt, so die TUM in einer Aussendung.

Bei einem ersten Referenzversuch waren sowohl die Wände als auch die Decke des Brandraumes mit zweimal 25 Millimeter dicken Gipsplatten bekleidet. Nachdem aufgeschichtete Holzscheite, die als Einrichtungsgegenstände dienten, verbrannt waren, erlosch das Feuer. Danach wurden vier weitere Szenarien simuliert, um unter anderem feststellen zu können, wie viel sichtbares, also unbekleidetes Holz, man gefahrlos zulassen kann:

  • sichtbare Holzdecke, alle Wände mit 18 Millimeter Gips bekleidet,
  • Holztafelbaudecke, zwei gegenüberliegende sichtbare Massivholzwände aus Brettsperrholz sowie zwei bekleidete Holztafelbauwände,
  • sichtbare Brettschichtholz-Decke und vier mit 36 Millimeter Gips bekleidete Holztafelbauwände,
  • ein Raum mit einer sichtbaren Brettschichtholzdecke, einer sichtbaren Brettsperrholzwand und drei bekleideten Holztafelbauwänden.

In den Brandräumen wurden jeweils etwa 400 Messstellen verbaut, Strömungssensoren können außerdem viel über das Flammenbild und die Energie, die freigesetzt wird, aussagen. „Das entscheidende Ergebnis unseres Projektes ist, dass wir die Basis für Regelwerke liefern können, indem wir die Rahmenbedingungen zeigen, unter denen sicher mit Holz gebaut werden kann“, sagt Winter. „Wenn wir zeigen können, dass die Tragfähigkeit des Holzgebäudes auch nach zwei Stunden Vollbrand erhalten bleibt, kann davon ausgegangen werden, dass in Deutschland die Feuerwehr längst vor Ort ist.“ Die Auswertung der Versuche wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen – man habe eine riesige Datenmenge gesammelt, die nicht nur helfe, den Brandschutz bei Holzgebäuden zu bewerten, sondern auch wissenschaftliche Einblicke in den Brandverlauf lieferte. (cst)

Technische Universität München 

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