Im Rahmen des vierjährigen Verbundprojekts „bioProtect“ wurden verschiedene Verfahren der insektizidfreien Borkenkäferregulation entwickelt und getestet.

Für die vergleichende Untersuchung von chemischen Botenstoffen wurden Falleninseln aufgestellt. Foto: Professur für Waldschutz, TU Dresden

Forschende der Technischen Universität Dresden, der Georg-August-Universität Göttingen und der Ostdeutschen Gesellschaft für Forstplanung beschäftigten sich dabei eingehend mit unterschiedlichen biotechnische Verfahren, so die deutsche Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe FNR in einer Aussendung. So wurden etwa Vergrämungs- und Lockstoffpräparate für verschiedene Borkenkäferarten beziehungsweise ihrer natürlichen Gegenspieler in Freilandversuchen erprobt und deren Wirkungsgrad ermittelt.

Lockstoffe wirken anziehend auf Fressfeinde der Borkenkäfer und können dadurch zur Eindämmung von Borkenkäferbesiedlung beitragen. Vergrämungsstoffe hingegen verwirren anfliegende Borkenkäfer und können so etwa Holzlager im Wald schützen. Die Methode, potenzielle Baumschädlinge mittels Botenstoffen, den sogenannten Semiochemikalien, zu lenken, sei bereits in einem Vorgängerprojekt an entwickelt worden, so die FNR. Nun sei es gelungen, die Palette an Wirkstoffen zu erweitern, für einzelne Arten zu spezifizieren und deren Wirksamkeit im Praxiseinsatz zu erproben.

Projektleiter Professor Michael Müller von der TU Dresden ist optimistisch, dass dank der Weiterentwicklung im Projekt „bioProtect“ einige umweltverträgliche Methoden zur Regulierung von potenziellen Schadinsekten in wenigen Jahren marktreif sein könnten: „Dann kaufen Waldbesitzer im Fachhandel keine Insektizide, sondern naturnahe Stoffe, die sie an Rohholzlagern im Wald anbringen.“ Die Stoffe müssten nicht mehr aufwendig aufgesprüht werden, sondern könnten dann in Ampullen angebracht und nach dem Gebrauch wieder entnommen werden. (cst)

Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe FNR 

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