Forschende am deutschen Fraunhofer WKI haben eine Leichtbauplatte aus nachwachsenden Rohstoffen entwickelt, die die Normen für den Brandschutz im Innenausbau von Schiffen erfüllt.

Mit Erreichen des Projektziels kann die nichtbrennbare hybride Sperrholzplatte im Innenausbau von Kreuzfahrtschiffen und Yachten eingesetzt werden. Foto: © Fraunhofer WKI | Manuela Lingnau

Für den Innenausbau von Schiffen und Yachten sind nur nichtbrennbare Materialien wie Aluminium oder Schaumglas zugelassen – dass Holz im Naturzustand der Baustoffklasse „normalentflammbar“ zuzuordnen ist, stand daher bislang einem breiteren Einsatz entgegen. Man habe daher die Idee verfolgt, einen nachwachsenden Rohstoff wie Holz durch eine innovative Vorbehandlung an die Anforderungen des Brandschutzes anzupassen, so das Fraunhofer WKI in einer Mitteilung.

Die neu entwickelte hybride Leichtbauplatte besteht im Inneren aus Blähglas und außen aus imprägniertem Fuma/Okoumé-Sperrholz. Im Rahmen des Projekts konnte das normalentflammbars Fuma-Sperrholz erfolgreich so modifiziert werden, dass es nun als nichtbrennbar nach IMO FTP Code 2010 Part 1 klassifiziert werden kann. Dazu war es nötig, das Holz mittels Kesseldruckimprägnierung vorzubehandeln und zu einem Sandwich zu verarbeiten. Neben der Nichtbrennbarkeit wurden auch mechanische Kennwerte ermittelt: Es konnte gezeigt werden, dass das Material ähnliche Eigenschaften wie klassisches Sperrholz besitzt.

Das nachhaltige Material kann anstelle der beim Innenausbau von Schiffen üblichen anorganischen Materialien wie Aluminium, Calciumsilikat, Steinwolle und Vermiculit eingesetzt werden und kann, anders als die herkömmlichen Materialien, mit Standardwerkzeugen gebohrt, gefräst und gesägt werden. Das Holzverbundmaterial könnte sich laut Fraunhofer WKI auch für den Einsatz im Bauwesen eignen, für eine Zulassung bei inhomogenen Materialien müsse jedoch jede Komponente einzeln geprüft werden. In einem Folgeprojekt soll das Material dahingehend weiterentwickelt werden, dass es auch im Hochbau eingesetzt werden kann. (cst)

Fraunhofer WKI 

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